Mehr Disziplin für Farbige? Unternehmer in der Kritik

Debatte Hans Naumann mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert

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Hans Naumann, Ehrendoktor und Mitglied im Hochschulrat der Technischen Universität Chemnitz. Foto: Thomas Schmotz/Archiv

Das hatte er sich sicher anders vorgestellt, als Hans Naumann in einem Interview mit "Freie Presse" über Internationale Politik und die Wirtschaft der USA sprach.

Der bekennende Trump-Wähler gab an, dass der US-Präsident erkannt habe, dass "die weiße Bevölkerung zusammenstehen" müsse. Auf Nachfrage setzte er noch einen drauf: Die "afroamerikanische Jugend" habe sich in den USA aus der Verantwortung gezogen. "Afroamerikaner werden sich freiwillig keine Zwänge auferlegen", sagte er weiter. Sein Vorschlag: Sie sollten ins Militär eingezogen werden, wo ihnen Disziplin beigebracht und eine berufliche Ausbildung ermöglich werden würde.

Breiter Widerspruch

Im Internet hagelte es Proteste gegen die als diskriminierend empfundenen Äußerungen des Chemnitzer Industriellen. Da er auch Ehrendoktor und Mitglied im Hochschulrat der Technischen Universität Chemnitz ist, schlagen ihm nun vor allem von den Studentenvertretern harte Worte entgegen. Bernd Hahn, früherer Vize im Verwaltungsrat des Studentenwerks der TU, nannte Naumann einen "absoluten Rassisten" und forderte später seine Abberufung durch das Ministerium in Dresden.

Der Studentenrat äußerte sich ähnlich. Marius Hirschfeld und Ines Knöfel kritisierten, dass die Aussagen undifferenziert und wirklichkeitsfern seien. Knöfel ist als Referentin für Antidiskriminierung eine Expertin auf diesem Gebiet.

"Die Diskriminierung nicht weißer Menschen und die Zuschreibung abwertender Eigenschaften wie Faulheit oder Disziplinlosigkeit zeugt von einer rassistischen Einstellung und klammert ökonomische und soziale Benachteiligung und Diskriminierung komplett aus", so Knöfel.

Der Anteil ausländischer Studierender an der TUC liegt bei über 25 Prozent, gerade vor diesen Hintergrund sind solche Aussagen wie die von Naumann problematisch.


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