Dieses Feuer ist noch nicht verglüht

Handwerk Schmiede soll für den Tourismus erhalten bleiben

dieses-feuer-ist-noch-nicht-verglueht
Das Schmiedefeuer entfacht Paul Forner (re.) bis heute in Windeseile - sein Enkel Silvio Huber (l.) steht hin und wieder bei ihm in der Werkstatt. Foto: R. Wendland

Hundshübel. Es gibt sie noch, die alte Handwerkskunst. Doch wie lange? Der 92-jährige Paul Forner aus Hundshübel ist seit mehr als 60 Jahren Schmied und versteht sein Handwerk bis heute. Auch wenn er das Schmiedewerkzeug aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst in Händen hält, das Schmiedefeuer entfacht er gekonnt in Windeseile.

In fünfter Generation gibt es die Schmiede. Sein Enkel Silvio Huber hat Schmied gelernt, doch die Werkstatt seines Großvaters übernehmen, das will er nicht. Nicht etwa aus Böswilligkeit: "In der heutigen Zeit wirft die Schmiede einfach zu wenig ab, um davon leben zu können", erzählt der 42-jährige. Und doch steht er hin und wieder in der Schmiede, erledigt hier und da Kleinigkeiten, die anfallen. Paul Forner erinnert sich an früher und erzählt, dass die ursprüngliche Schmiede nur zwei Häuser weiter gestanden hat.

Paul Forner selbst hat in den 50-er Jahren ein Haus gebaut, wo er seine Schmiede mit eingebunden hat. Bis heute lebt der rüstige Senior in diesem Haus und es zieht ihn immer wieder in die Werkstatt, und wenn es nur zum Stöbern ist. Seine Arbeit als Schmied war vielseitig: "Ein Großteil der Arbeit bestand früher darin, Pferde zu beschlagen und Räder von Fuhrwerken zu reparieren." Es gab auch Aufgaben wie die Reparatur von Feldmaschinen und das Schärfen von Werkzeugen.

Stützengrüns Bürgermeister Volkmar Viehweg möchte das Schmiedehandwerk gern erhalten. Er sagt, es gäbe Überlegungen, das Ganze touristisch zu betrachten und für Urlauber Erlebnispakete zu schnüren, wo auch das Schmieden eine Rolle spielen könnte.



Bewerten Sie diesen Artikel:1 Bewertung abgegeben