Bastelstraße auf vier Rädern braucht Hilfe

Soziales In die Jahre gekommener Spielebus aus Mittweida soll ausgetauscht werden

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Sind demnächst auf der Suche nach einem neuen Bus: Die Crew um Sozialbetreuerin Petra Frevert (links), Sylvana Wurzbach (rechts) und Busfahrer Dietmar Ulbricht. Foto: Dennis Heldt

Mittweida. Sylvana Wurzbach ist gerade dabei, die letzte Lichterkette aufzuwickeln und in einem dafür vorgesehenen Karton zu verstauen. Die Weihnachtszeit ist vorbei, die drei Mitarbeiter des "Freizeit-Franz" bereiten den Bus auf das neue Jahr vor. Vielleicht zum letzten Mal: 24 Jahre ist der Bus mittlerweile alt und fast 713.000 Kilometer hat er auf dem Buckel. Seit 2004 gehört der ausrangierte, fahrende Spielebus dem Freizeit-Verein "erucula". "Er hat zwar seine Kratzer und Gebrauchsspuren, aber er rollt zuverlässig von A nach B. Die Frage ist nur, wie lange noch?", fragt sich Sozialbetreuerin Petra Frevert beinahe jeden Tag. Zwar würden die Mitarbeiter von "Regiobus" den alten Linienbus permanent warten und gegebenenfalls reparieren, sollte aber einmal ein größerer Defekt auftreten, stehe das gesamte Projekt auf dem Spiel.

"Wir sind ab März beinahe täglich irgendwo im Einsatz, fahren etwa 20 feste Orte in der Region an. Ohne uns fiele mancherorts das letzte Freizeitprogramm für Kinder weg", erklärte Frevert, die das Projekt leitet. Auch für 2017 ist der Terminplan des "Freizeit-Franz" rappelvoll. Mal besucht der Bus Feste und Veranstaltungen in der Umgebung, mal fährt er aber nachmittags auch einfach verschiedene Dörfer an. "Besonders beliebt ist unsere Bastelstraße im Bus, von Gipsbemalen und lackieren ist über häkeln und malen für alle Kinder etwas dabei", fügte die Sozialbetreuerin hinzu.

Der neue Bus, den Petra Frevert und ihre Kollegin Sylvana Wurzbach sowie Busfahrer Dietmar Ulbricht im Sinn haben, sollte ebenfalls ein Gebrauchter von "Regiobus" in ähnlicher Größe sein. "Perspektivisch denken wir an einen neuen Freizeit-Franz in den nächsten zwei bis drei Jahren", betonte Frevert. Etwa 70.000 Euro bräuchte man für die Umrüstung, ohne Spenden wäre dies aber nicht realisierbar. Die "Leser helfen"-Aktion der "Freien Presse" konnte bisher knapp 10.000 Euro an Spenden sammeln. "Wir sind einzigartig in der Region, wenn nicht sogar darüber hinaus", sagte Frevert und ergänzte: "Auch wenn einmal nur zwei oder drei Kinder zu unserem Bus kommen, wenn sie strahlen und sich bedanken, hat es sich gelohnt. Ich wünsche mir, dass das in Zukunft auch so bleibt."



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