Der Sachsenring vor 50 Jahren

HistorieMike Hailwood rutscht mit der MZ aus

Die ADAC Sachsenring Classic steht im neuen Jahr ins Haus und BLICK schaut einmal auf Klassisches zurück.

1964: 300.000 Fans strömten vor 50 Jahren am 26. Juli auf den Sachsenring - allein schon zum ersten Trainingstag 70.000 - und erlebten einen entfesselten Briten Mike Hailwood.

Warmes Sommerwetter sorgte für einen guten Rahmen rund um den 8,614 Kilometer langen Kurs. Fahrer aus 23 Nationen waren in diesem Jahr nach Hohenstein-Ernstthal gekommen, sechs Werksteams hatten sich ins Sächsische aufgemacht - die Weltstars waren alle dabei. Luigi Taveri (125ccm), der Schweizer, Jim Redman aus Rhodesien (250 /350) und der Brite Mike Hailwood (500) führten die Punktelisten der Weltmeisterschaft an.

Die Männer um MZ-Rennchef Walter Kaaden (Zschopau) zogen in diesen ersten Stunden des Wochenende kein freundliches Gesicht, denn ihr Star der Brite Alan Shepherd hatte sich im Training der Klasse bis 250ccm durch einen Sturz alle Startchancen zunichte gemacht. Ersatz musste her. Dass die damals jungen DDR-Fahrer vieles erreichen konnten war klar, aber an die Qualität eines Shepherds kamen Rosner, Kohlar oder Bartusch nicht heran. Also versuchte man es erneut, den Weltstar Mike Hailwood, wie ein Jahr zuvor, auf die MZ zu setzten, denn 1963 gewann er vor Shepherd den 250er-Lauf. Gesagt getan! Hailwood stieg auf die "Zschopauerin" fuhr zehn Trainingsrunden und holte sich mit 3:11,4 Minuten die schnellste Runde und die Poleposition vor dem Österreicher Bert Schneider mit der Suzuki. Das Rennen begann-Phil Read führte, aber schon in der zweiten Runde lag Hailwood mit beträchtlichem Vorsprung an der Spitze. Lutz Weidlich, damals Streckensprecher, jubelte: "Neue Sachsenring-Rekordzeit in 3:08,8 Minuten." Danach warteten die 50.000 vergeblich mit dem Programm in der Hand, um ihren Mike zu begrüßen, auf der Tribüne am Queckenberg. Er war in der Badbergkurve gestürzt - ein Rutscher beim Beschleunigen, heute Highsider genannt, brachte ihm das Aus und den schon erhofften Sieg. Dafür gewann er anschließend das 500er-Rennen mit MV-Agusta.



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