Die Zukunft der Demokratie?

Neujahrsempfang stand im Zeichen der Reformation

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Nachdenklich zeigte sich Oberbürgermeister Sven Krüger bei seiner diesjährigen Neujahrsrede. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Mit einer Kronkorkensammelaktion machten im vergangenen Jahr die Stadt Freiberg und das Freiberger Brauhaus auf das Jubiläum 750 Jahre Brautradition aufmerksam. Ein großer Container wurde innerhalb weniger Monate mit weit über 60.000 Kronkorken gefüllt und dafür ließ die Brauerei 10.000 Euro für Projekte in der Stadt springen, über deren Verteilung Freibergs Bürger abstimmen konnten. Beim Neujahrsempfang der Stadt am vergangenen Freitag, den 6. Januar 2017, wurde das Geld nun verteilt. Die Geschäftsführer Professor Michael Eßlinger und Steffen Hofmann übergaben 6.500 Euro an Peter Heinrich, Chef des Tierparks. 1.700 Euro gingen an den Verein "Uni im Grünen" und 1.800 Euro an den Dom St. Marien zur Sanierung des Lutherbrunnens.

Luther und das Reformationsjubiläum zogen sich durch den gesamten Neujahrsempfang der Stadt Freiberg. Schon mit dem einleitenden Auftritt von Susanna Voß und Ralph Sälbrandt vom Mittelsächsischen Theater als Kathi und Heini, also Fürstin Katharina und Heinrich der Fromme, die beide die Reformation im albertinischen Sachsen und zuerst in Freiberg einführten, war das Thema vorgegeben. Oberbürgermeister Sven Krüger ließ sich, wie er zugab, von Luther zu Teilen seiner Rede inspirieren, die er mit dem Worten "Tritt frisch auf, mach's Maul auf, hör bald auf" des Reformators begann und unter das Motto "Zeit für neue Wege" stellte. Vor einem Jahr, so das Stadtoberhaupt, habe er an dieser Stelle allen ein friedliches 2016 gewünscht, doch sei eher das Gegenteil eingetreten. Krüger verwies auf die Anschläge in Deutschland und vereinte den Saal in einer gemeinsamen Gedenkminute für die Opfer von Berlin. Dann spannte er den weiten Bogen, fragte nach den Auswirkungen der Politik in Polen, des Amtsantritts des neuen US-Präsidenten und nach der Zukunft der Demokratie. "Ist es da nicht naheliegend, neue, kürzere Wege bei der politischen Meinungsbildung und -äußerung einzuschlagen?", stellte Krüger in den Raum und verwies auf neue Kanäle wie die sozialen Netzwerke, in denen auch er präsent und ansprechbar sei.

Den direkten Kontakt habe er mit den regelmäßigen Sprechstunden ebenfalls nicht aus den Augen verloren. Auch verteidigte er den Bürgerhaushalt, mit dem der richtige Weg eingeschlagen worden sei. Die Installierung eines Ortschaftsrates in Halsbach sei ebenso ein Erfolg wie die Weichenstellung für die Integration von Flüchtlingen. Auch werde tatkräftig die Schaffung neuer Kita- und Schulplätze angegangen. Entsprechende Sanierungs- und Bauvorhaben seien entweder abgeschlossen oder im Gange. Mit einem neuen Konzept für das Bergstadtfest soll die touristische Attraktivität der Bergstadt weiter gesteigert werden, ebenso durch die Fertigstellung des Kreuzgangs am Dom. "Lassen Sie uns gemeinsam diesen Weg weitergehen", so Krüger abschließend. "Mutig, mit Geduld und Zuversicht."