Kaffee und eine hoffentlich verlorene Wette

Aktion Faire Produkte in den Mittelpunkt stellen

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Hoffen auf viele Kaffeetrinker: Oberbürgermeister Sven Krüger und Claudia Hanisch bei der Unterzeichnung der Wette. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Es geschieht wohl nicht allzu häufig, dass jemand eine Wette abschließt und damit die Hoffnung verbindet, sie zu verlieren. Wenn dieser Jemand dann auch noch ein Stadtoberhaupt ist, dann drängt sich der Gedanke auf, dass es dafür einen Grund geben muss.

Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger setzte am Donnerstag dieser Woche seinen Namen unter ein (nicht ganz amtliches) Schriftstück, welches die Rahmenbedingungen dieser Wette fixiert. Herausgefordert dazu hat ihn Claudia Hanisch im Namen der Freiberger Bürger. Hanisch arbeitet gemeinsam mit anderen im Ladencafé "Fairkauf" in der Thielestraße.

Freiberg ist seit vergangenem Jahr "Fair Trade Town" und damit Inhaber eines Titels, der immer wieder neu erworben werden muss. Die abgeschlossene Wette, unter deren genauen Wortlaut Hanisch und Krüger ihre Namen setzten, ist eine von mehreren Aktionen, die für eine erfolgreiche Titelverteidigung die Grundlage liefern.

Doch worum geht es bei der Wette genau?

Claudia Hanisch ist sich sicher, dass die Freiberger Bürger und viele Besucher es fertigbringen, am 9. und 10. Juni 2017 insgesamt 1.500 Tassen fair gehandelten Kaffee zu trinken. Natürlich nicht alle im Ladencafé, sondern verteilt in der ganzen Altstadt. "Überall wird der Kaffee ausgeschenkt", so Hanisch. "Verschiedene Geschäfte haben schon gesagt, dass sie mitmachen werden."

Organisiert und unterstützt wird die Aktion von der Koordinierungsgruppe "Fair Trade Town Freiberg, der Gewerkschaft Verdi, der Schülerfirma "Namasté", dem Kinopolis und der Kaffeerösterei "Momo". Ob telefonisch, über Facebook oder eine noch einzurichtende E-Mail-Adresse können die getrunkenen Tassen gemeldet werden. Sollte es gelingen, dass 1.500 Tassen getrunken werden, so spendet Sven Krüger fair gehandelte Fußbälle an eine Freiberger Kita. Geht es schief, schenkt die Koordinierungsgruppe bei einer städtischen Veranstaltung fairen Kaffee aus.

Die Welt mit einer Entscheidung verbessern

Doch selbst Krüger wünscht sich, dass es dazu nicht kommt. Hilfreich sind dabei auch einige Vereine und Anbieter, die am 10. Juni auf dem Schlossplatz tüchtig Kaffee verkaufen wollen. "Damit wollen wir den fairen Handel wieder mehr in den Mittelpunkt stellen", sagt Claudia Hanisch. "Wir als Verbraucher haben die Möglichkeit, mit unseren Kaufentscheidungen die Welt jeden Tag ein wenig zu verändern."



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