"Wenn es das Geld ohne Bedingungen gäbe..."

Interview mit Lolita Erhard, Vorstandsmitglied des ChristophorusHaus e.V.

Burgstädt. Das Freie Familienzentrum des ChristophorusHaus e. V. hat sich in den vergangenen Jahren mit seinen vielen abwechslungsreichen und interessanten Angeboten einen guten Namen gemacht. Uwe Schönberner sprach dazu und zu aktuellen Veranstaltungen mit Vorstandsmitglied Lolita Erhard.

Frau Erhard, Sie bieten im Freien Familienzentrum einen vielfältigen Mix an Aktivitäten. Zählen Sie doch bitte mal einige dieser Aktionen auf.

Gerne. Da wäre unsere Freie Musikschule Chamäleon zu nennen, in der erfahrene Musiklehrer mehrere Instrumente unterrichten. Weiterhin bieten wir über unseren Gib-und-Nimm-Laden allen die Möglichkeit, Dinge sowie Dienstleistungen auszutauschen. Die Resonanz ist hervorragend. Außerdem gibt es Angebote für Schulen und andere pädagogische Einrichtungen sowie Eltern. Beispielsweise sind das Abenteuer-Camps oder kunsthandwerkliche Workshops. Einen besonders hohen Stellenwert haben aber speziell im Winterhalbjahr unsere Themenabende mit den verschiedensten Schwerpunkten.

Mit welchem Thema starten Sie, und wann wird das sein?

Den Auftakt macht diesmal ein besonders brisantes Thema: Es lautet "Hartz IV - (s)ein mögliches Ende - die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens". Ralph Boes, Gründungs- und Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen e. V., Berlin, wird am 17. Oktober um 19.30 Uhr im Café Chamäleon im Freien Familienzentrum in der Chemnitzer Straße 97 darüber sprechen.

Erläutern Sie das bedingungslose Grundeinkommen bitte etwas näher.

Der Grundansatz ist, dass jeder aus den Gesamtsteuereinnahmen der Bundesrepublik, die gegenwärtig bei rund 600 Milliarden Euro (!) liegen, ein die Lebensgrundbedürfnisse deckendes Grundeinkommen erhält. Bedingungslos bedeutet, dass es unabhängig davon ist, ob jemand arbeitet oder nicht - ob er arm ist oder nicht.

Was erhoffen Sie sich für den Auftakt der Themenabende?

Ich hoffe, dass eine sachliche Diskussion zu diesem Thema in Gang kommt. Da bereits einige Politiker aus Chemnitz ihre Teilnahme zugesagt haben, bin ich da optimistisch. Jeder sollte sich fragen, was er tun würde, wenn für sein Grund-Einkommen gesorgt wäre. Ich glaube, das ist ein interessanter Ansatz.



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