Alte Zeiten kommen nicht wieder

Boxen Haudegen von einst haben nie einfach draufgehauen, sondern klug gearbeitet

Sie haben große Schlachten geschlagen, aber nie einfach nur draufgehauen! Zum jährlichen Treffen der Plauener Boxergilde gab es viel zu erzählen im "Reusaer Eck". Die Haudegen von einst gehörten in ihren Glanzzeiten durch die Bank zur Spitzenklasse im DDR-Maßstab. Manch einer boxte nach dem Fall der Mauer auch in der 2. Bundesliga. Eines der vogtländischen Aushängeschilder ist der mehrfache DDR-Meister Jury Kondratow, der sich auch auf internationalem Terrain Meriten verdiente. Enttäuscht verfolgen die großen Meister von einst das, was im Vogtland in ihrer Sportart inzwischen passiert. "Jeder krebst so vor sich hin. Überall gibt es ein paar Splittergruppen", fachsimpelten Steffen Rößler, Michael Betz und Tino Schoder. Die fehlenden Strukturen nur mit fehlendem Nachwuchs und Trainern zu erklären, "damit kann man argumentieren, aber die Wahrheit kann das eigentlich nicht sein. Andere Sportarten haben das ja auch hinbekommen", denken die ehemaligen Leistungssportler an die vogtländischen Leuchttürme, die im Wasserball, Ringen oder auch im Tischtennisund Volleyball aufgebaut wurden. Auffällig zurückhaltend verhielt sich in dieser Diskussion Adolf Walter. Der inzwischen 71-jährige Erfolgstrainer hatte sich noch bis vor kurzem mehrfach kritisch geäußert. "Ihr könnt aufhören. Die großen Zeiten kommen nicht zurück", glaubt der Coach. Große Zeiten? Einst pilgerten in Plauen Tausende zu den legendären Kämpfen in die Festhalle. Die Boxer selbst waren in der Stadt bekannt wie Popstars. Voller Respekt erzählen heute die Fans von damals ihre erlebten Geschichten. Der Boxsport in Plauen war früher richtig klasse.


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