Es summt und brummt von Übersee

Seemannsparty Shanty-Chöre feiern die Marinekameradschaft

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Junge, komm bald wieder. Mit Schifferklavier und Gitarre feierten heute vier Shanty-Chöre in Plauen das maritime Liedgut. Foto: Karsten Repert

Plauen. Leinen los. Das Fernweh ruft. Hamburg, Rostock, Saßnitz. Die Seemänner haben heute den Elster Park geentert. Zum 25jährigen Jubiläum des Plauener Shanty-Chores kamen befreundete Chöre aus Hof, Erfurt und Bamberg. Und insgesamt über 1.000 Gratulanten hörten im Einkaufszentrum zu. Zweieinhalb Stunden lang!

Der Nord- und Ostsee ganz nah

Das Publikum träumte mit den Matrosen von Hawaii und Bali. Es schlenderte über die Reeperbahn auf St. Pauli. Überall summte und brummte es im maritimen Flair. Wie aber kommt das, dass die Menschen 500, 600 Kilometer entfernt von den großen Überseehäfen so sehr vom Wellengang träumen?

Heute waren Ost- und Nordsee den Vogtländern ganz nah. "14 Jahre bin ich zur See gefahren. Dann habe ich im Vogtland meine Antje kennengelernt. Jetzt bin ich Landratte und rundum glücklich", erzählte Bent Wilko (40). Der gebürtige Wilhelmshavener lebt schon sechs Jahre im Göltzschtal. "Als ich gelesen habe, dass heute die Shanty-Chöre ein Geburtstagsständchen singen, hat mich das Heimatgefühl gepackt." Der Mann war den Tränen nah.

Verbundenheit in maritimen Tönen

Viele Menschen fühlen sich auf dem Meer zu Hause. In der Stadt Plauen zum Beispiel gibt es sogar eine Marinekameradschaft 1899 e.V. Unter ihrem Dach singt der Shanty-Chor. Er ist die Antwort auf das Fernweh dieser Landratten, die einst Seefahrer waren. Sie sangen bei höchstem Wellengang, in allen Häfen der Welt und erlebten die ganz großen Abenteuer.

Doch irgendwann gingen diese Matrosen vor Anker. Die Liebe, das Heimweh, eine Familie - es gibt viele Gründe, weshalb diese ehemaligen Seefahrer an Land geblieben sind. Doch eines, das verbindet diese Menschen zeitlebens. Das maritime Liedgut.

Und so versank heute der Elster Park im tiefen Stimmenmeer. Den Besuchern wehte eine steife Brise Ostseewind um die Ohren.

Plauens kleine Seemanns-Geschichte

Was viele Vogtländer vielleicht gar nicht wissen: Plauen hat schon immer erstklassige Verbindungen zum seemännischen Schnickschnack. Und das liegt nicht an der "Friesischen Botschaft" im Parkhotel der Innenstadt. Sondern zum Beispiel an dem berühmten U-Boot U-156. Die "Plauen U-156" sank einst vor Barbados. Und die Geschichte von Marineoffizier Werner Hartenstein aus Plauen wurde erst 2011 in einem ARD-Zweiteiler mit Hauptdarstellerin Franca Potente verfilmt.

Acht Kameraden beschlossen 1992 in Plauen, die große Tradition der Marienkameradschaft 1899 e.V. neu zu beleben. Ihr Marineheim befindet sich in der Dittesstraße 64. Dem Shanty-Chor der Stadt gehören 31 Mitglieder an. Heute haben sie Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch zum 25-jährigen Jubiläum!



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