Mit Hand und Verstand im Sinne von Arzt und Patient

Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch besuchte die Catgut GmbH

mit-hand-und-verstand-im-sinne-von-arzt-und-patient
Hauchdünn ist das chirurgische Nahtgut, das in Markneukneukirchen gefertigt wird. Davon überzeugten sich (von links): Gesundheitsministein Barbara Klebsch und Landtagsabgeordneter Andreas Heinz. Informationen dazu gaben Geschäftsführerin Ines Riedel (rechts) und Firmeninhaber Dieter Pfortner. Foto: Matthias Baumgartl

Markneukirchen. Mit Beginn des Jahres 2017 hat Dieter Pfortner allen Grund, sich entspannt in seinem Büro zurückzulehnen. Dem Gesellschafter der Catgut GmbH mit Sitz im Gewerbegebiet in Markneukirchen stimmten gleich eine ganze Reihe von Dingen für die Zukunft zuversichtlich: Zum ersten Mal begrüßte er die sächsische Gesundheitsministerin Barbara Klepsch am vergangenen Donnerstag in seinem Unternehmen.

Mit Jahresbeginn legte Dieter Pfortner die Geschäftsführung des 110-jährigen Unternehmens in jüngere Hände, in die seiner Tochter Ines Riedel und seines Schwiegersohnes Heiko Riedel, dem bekannten ehemaligen Fußballspieler beim VFC Plauen. Und unter den Aspekten der wirtschaftlichen Entwicklung von Catgut, dem Hersteller von chirurgischen Nahtmaterialien, verweist Unternehmenslenker Pfortner - er übernahm die Firma am 1. Juni 2015 - auf ein Umsatzplus von einer halben Million Euro mehr auf jetzt 8,1 Millionen Euro im Jahr 2016. Besonders zuversichtlich stimmt ihn, dass das Tochterunternehmen in Ichtershausen bei Erfurt, Hersteller von chirurgischen Nadeln, zum ersten Mal in der 20-jährigen (Neu)Geschichte eine "schwarze Null" in der Jahresbilanz schreibt. Gelungen sei dies, so Dieter Pfortner, über eine "sich am Markt etablierte hohe Qualität der erzeugten Produkte, eine geringe Toleranzquote (Ausschussproduktion) und die Erschließung neuer Märkte".

"Wir können gegenüber unseren Mitbewerbern durch gute Preise und Qualität überzeugen. Wenn heute bestellt wird, können wir sofort über unseren 24-Stunden-Service liefern", berichtete der Firmeninhaber stolz. Und das vor dem Hintergrund ständig wachsender Anforderungen der medizinischen Versorgung in den Kliniken. So legen die Mitarbeiter in der Forschung und Produktentwicklung die höchste Aufmerksamkeit auf die Kundenwünsche im Sinne von Produktverbesserungen, aber auch auf die Entwicklung neuer innovativer Produkte. "Unsere Mitarbeiter arbeiten mit Überzeugung, mit Ideen, aber auch mit Hartnäckigkeit und Präzision daran, die Aufgabenstellungen im Sinne von Arzt und Patient lösen zu können", bricht Gesellschafter Pfortner eine Lanze für die 88 Mitarbeiter am Standort Markneukirchen im Gewerbegebiet und die 40 Mitarbeiter in Ichtershausen. Die Exportquote des Unternehmens beläuft sich auf 20 Prozent. Im Stadtzentrum von Markneukirchen befindet sich noch die "alte" Produktionsstätte von Catgut. Dort wird tierisches Nahtmaterial für 402 Tierärzte gefertigt.

Die guten Nachrichten vernahm Gesundheitsministerin Klepsch gern. Auch die, dass am Standort Markneukirchen weiter investiert werde. In diesem Jahr soll eine neue Verpackungsmaschine, Gesamtwert zwischen 600.000 bis 650.000 Euro, in Betrieb gehen, um noch flexibler auf Kundenwünsche reagieren zu können. Im Jahr 2018 wird es ein zweiter Fertigungsautomat sein, der 1,1 Millionen Euro kosten wird. Vor diesem Hintergrund sagte Gesundheitsministerin Barbara Klepsch: "Über unsere Gesundheitswirtschaftsstrategie möchten wir gezielt mit mittelständischen Unternehmen ins Gespräch kommen, um mehr aus und über die Unternehmen zu erfahren."

Bei einem Rundgang durch die hochmoderne Produktionsstätte bekam die Gesundheitsministerin "zwei Hausaufgaben" mit auf den Weg nach Dresden, die in einem Acht-Augen-Gespräch vertieft wurden. Dabei ging es um die neue EU-Richtlinie für die Medizinprodukthersteller und die Einlieferstrategie, die Dieter Pfortner "für sehr bedenklich" hält und die mittelständischen Unternehmen wie Catgut benachteiligen. Das Markneukirchener Unternehmen beliefert 362 Kliniken und Krankenhäuser, darunter die Paracelsuskliniken in Schöneck und Adorf, die Klinik in Rodewisch, das Heinrich-Braun-Krankenhaus in Zwickau, 198 Fachhändler, 94 Apotheken und 623 niedergelassene Ärzte. Im Export sind Kuba, Indonesien, Iran und die Bundeswehr zuletzt hinzugekommen.