So kunstvoll sind des Kaisers Kleider

Promis im BLICK Der Chemnitzer Klaus Süß präsentiert Märchenhaftes auf der Buchmesse

Die Buchmesse in Frankfurt am Main: An diesem Wochenende lockt die weltweit größte Ausstellung ihrer Art die Literaturbegeisterten in die Bankenmetropole. Mehr als 7.000 internationale Messeteilnehmer präsentieren ihre neuesten Werke, stellen sie in etwa 3.200 Lesungen, Diskussionen und Konferenzen vor. Mittendrin ist auch ein Chemnitzer, der Künstler Klaus Süß. Er wird auf der Schau gleich von zwei Verlagen vertreten: dem Verlag Burgart Presse Rudolstadt sowie der Büchergilde, einer Buchhandlung und Galerie aus Frankfurt am Main.

"Mit den Leuten von der Büchergilde habe ich bereits vor der Wende erste Kontakte geknüpft", erinnert sich Klaus Süß. "Damals war der Verkauf von Ostkunst durch eine Galerie aus dem Westen aber kompliziert." Nach der Wende standen der Kooperation keine Grenzen mehr im Weg. Es war der Beginn einer inzwischen länger als 20 Jahre währenden Zusammenarbeit. "Jedes Jahr bin ich mit den Vertretern der Büchergilde auf der Buchmesse in Frankfurt am Main. Die Messe ist genau wie die in Leipzig fester Bestandteil in meinem Terminplan." Süß kramt nicht etwa im Atelier, was er für den Auftritt auf der Büchermesse noch so rumliegen haben könnte. Er entwickelt Jahr für Jahr neue Kunstwerke, meist Künstlerbücher. Diesmal setzte er sich dabei mit dem Märchen "Des Kaisers neue Kleider" auseinander. Zu dem Text von Hans Christian Andersen, dem wohl berühmtesten Dichter und Schriftsteller Dänemarks, schuf Klaus Süß zwölf sogenannte Klischeedrucke - so bezeichnet man Abbilder, die ähnlich dem Zeitungsdruckverfahren entstehen. Diese Entwürfe wurden für die Auflage von insgesamt 40 Kunstbüchern vervielfältigt. Das Besondere: Jedes der 480 Blätter wurde von Klaus Süß von Hand koloriert. "Dafür habe ich mir einen Sommer lang Zeit genommen", so der 61-Jährige. Jedes der Kunstbücher ist also ein Unikat. Bleibt zu hoffen, dass Sammler aus Deutschland und aller Welt auf das Mappenwerk von Klaus Süß stoßen.

Bereits gestern stand Süß im Mittelpunkt einer anderen Veranstaltung. In der Stadt Koblenz, wo Rhein und Mosel am Deutschen Eck zusammenfließen, eröffnete Klaus Süß eine Ausstellung in einem Geschäft der Büchergilde. Und natürlich können seine Arbeiten auch in seiner Heimatstadt Chemnitz angesehen werden. Einige großformatige Werke hängen seit wenigen Wochen im Empfangsrondell der Innenstadtkneipe "Johannis".



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