Angeklagter entschuldigt sich - erfolglos

Verhandlung Zweiter Prozesstag am Zwickauer Landgericht

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Der Angeklagte mit seiner Rechtsanwältin. Foto: Nicole Schwalbe

Zwickau. Heute sagte eine Bekannte des wegen versuchten Totschlags angeklagten Heiko S. vor dem Landgericht Zwickau aus. Sie kennt den Angeklagten seit etwa sieben Jahren, er war ihr Tanzpartner. Er habe weder ein Drogen- noch ein Alkoholproblem. Sie beschrieb den 51-Jährigen als ruhigen und ausgeglichenen Mann, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen lasse. Da er Schmerzpatient sei, habe er regelmäßig Medikamente genommen, die ihn noch ruhiger gemacht hätten.

Auch schilderte die Zeugin, dass die Fotos von der Verletzung des Opfers in der Presse nicht mit den Bildern übereingestimmt hätten, die sie bei der Polizei gesehen habe. Sie waren um ein Vielfaches schlimmer, als seien sie bearbeitet worden. Der Bruder des Opfers hatte ebenfalls ausgesagt und eingeräumt, dass er mit seiner Schwester und Ehefrau auch unbefugt auf das Grundstück des Angeklagten gegangen sei und diesen mit einem Regenschirm bedroht habe.

Sowohl der Bruder als auch die Bekannte sagten aus, dass es aufgrund des Baus der Kläranlage zu Streitigkeiten gekommen sei. Der Angeklagte teilte dem Gericht mit, er habe sich per Post bei dem Opfer entschuldigt. Weder diese schriftliche Entschuldigung noch eine mündliche in der Verhandlung nahm die Geschädigte an. Sie ließ durch ihren Anwalt aussagen, dass sie nur davon ausgehe, dass der Angeklagte seine Strafe abmildern wolle.

Nächste Woche Mittwoch wird der Rechtsmediziner vernommen, bevor ein Urteil zu erwarten ist.