Kosten für Schülertransport explodieren

Bildung Elternanteile sollen ab dem Schuljahr 2013/14 steigen

Die Kosten für den Schülerverkehr laufen dem Landkreis Zwickau aus dem Ruder. Sie sollten normalerweise 4,1 Millionen Euro im Jahr betragen. Aber: 2011 ist ein Mehrbedarf von einer halben Million Euro erforderlich. In diesem Jahr fallen Zusatzkosten von rund 1,8 Millionen Euro an. Der Kreistag hat bei sechs Enthaltungen beschlossen, dass der Landkreis Zwickau die Mehrkosten an den Verkehrsverbund Mittelsachsen überweist. Dafür gibt es im Haushalt aber bisher keine Deckung. "Wir müssen Geld ausgeben, was wir eigentlich nicht haben. Es entsteht ein Fehlbetrag, den es gilt, am Jahresende auszugleichen", kommentiert Landrat Christoph Scheurer (CDU).

Die Folge der Kostenexplosion ist, dass die Eltern für die Schülerbeförderung ab dem nächsten Jahr wahrscheinlich tiefer in die Taschen greifen müssen. Sie zahlen bisher einen Elternanteil von 80 Euro für die Schülerverbundkarte. Der Elternanteil soll nun auf 110 Euro (Grund- und Förderschulen) beziehungsweise 145 Euro (Mittelschulen, Gymnasien, Berufsschulen) steigen. Nachdem die Kreisräte zur jüngsten Sitzung über das Ansinnen informiert worden sind, soll die Kosten-Erhöhung am 23. November zur Zweckverbandsversammlung des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS) auf die Tagesordnung kommen. Christoph Scheurer geht davon aus, dass die Mitglieder der Verbandsversammlung der Empfehlung zur Erhöhung der Elternbeiträge folgen werden. "Ich erachte es als legitim, dass sowohl die Landkreise als auch die Eltern einen Anteil der aus den Tarifsteigerungen erwachsenen Mehrkosten übernehmen", sagt Christoph Scheurer (CDU). Die Aussage löst eine Protestwelle des Kreiselternrates im Landkreis Zwickau aus. "Ein Blick in die benachbarten Bundesländer reicht aus, um sich positive Beispiele zur kostenlosen Schülerbeförderung vor Augen zu führen", sagt René Dobos, der das fehlende Mitspracherecht der Eltern kritisiert.



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