Mono-Oper "Das Tagebuch der Anne Frank"

Premiere Bekannte Geschichte bewegend erzählt

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Jana Daubner verkörpert auf der Theaterbühne das Mädchen Anne Frank. Foto: Ralph Köhler

Zwickau. Als nach 60 Minuten die Bühne in Dunkelheit versinkt, herrscht eine fast ohrenbetäubende Stille. Bis die Bühne wieder erhellt wird und die junge Sopranistin Jana Daubner freudestrahlend vor das Publikum tritt. Mit Anfang 20 ist sie nur wenige Jahre älter als das berühmteste jüdische Mädchen, das sie in der Mono-Oper verkörpert - ab dem Tag, als es an seinem 13. Geburtstag von seinem Vater ein Notizbuch geschenkt bekommt, das zum "Tagebuch der Anne Frank" wird.

Jana Daubner stellt eine Palette an Gefühlen dar, die sich zwischen Lebensfreude, Zweifel, Angst und Hoffnung bewegen. Von überschwänglicher Ausgelassenheit über Nicht-Verstanden-Sein bis zur Erkenntnis, "dass all diese Grausamkeiten auch mal ein Ende haben". Daubner, das aus neun Musikern bestehende Kammerorchester, Dirigent Maxim Böckelmann, Regisseur Sascha Mink und die Bühnenbildnerin Charlotte Labenz werden mit einem lang anhaltenden Applaus bedacht.

Das Publikum im nicht ausverkauften Malsaal ist sichtlich ergriffen. Unter den Zuschauern sind auch einige Mitglieder des Studenten-Theaterclubs und des Theaterjugendclubs, zu dem auch die Lichtensteinerin Miriam Reinhold gehört. Obwohl sie sehr gern in Opern-Vorstellungen geht, sei sie diesmal skeptisch gewesen.

"Ich war nicht sicher, was mich bei einer Mono-Oper erwartet. Ich hatte schon mehrere Filme über Anne Frank gesehen und habe befürchtet, dass die 60 Minuten, in denen die ganze Zeit nur eine Sängerin auf der Bühne singt, zu lang werden könnten. Doch jetzt bin ich tief ergriffen und völlig überwältigt", sagte die 16-Jährige. Der Abend habe ihr den Anstoß gegeben, selbst wieder ein Tagebuch zu führen und "Das Tagebuch der Anne Frank" endlich einmal zu lesen.

Die nächste Vorstellung in Zwickau ist am 14. März, 10 Uhr im Malsaal.


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