Brühlette erlebt ihr 60. Jahr

Tradition Siegeszug eines Rezeptes aus den 1950er Jahren setzt sich fort

Eine gute Nachricht für alle Liebhaber der Zwickauer Brühlette. Auch wenn der Neumarkt inzwischen umgebaut ist und Evelyn (60) und Gunter Hamperl (65) vor wenigen Tagen ihren wohlverdienten Ruhestand angetreten haben - ihr Markenzeichen, das sie über 25 Jahre begleitete, wird es auch weiterhin geben. Es war um das Jahr 1955 als der Zwickauer Paul Georgi in den Zeiten des knappen Fleisches mit einem neuartigen gebratenen Klops seine Kunden überraschte. Nach einem eigens entwickelten Rezept fügte er damals der Fleischmasse einen gewissen Anteil Semmelmehl zu und verfeinerte das Ergebnis immer weiter. Die Zutaten sind bis heute ein streng gehütetes Geheimnis und werden nur an den jeweiligen Nachfolger weitergegeben. Die neue Bulette schlug in den 1950er Jahren ein wie eine Bombe, eroberte im Handumdrehen die Westsachsen-Metropole und breitete sich seither regional immer weiter aus. Gunter Hamperl erinnerte sich auch an Rückschläge: "Nach der Wende schienen die Tage des heißen Genussstücks gezählt, war doch im Westen alles besser, schwere Zeiten, aber, es dauerte nicht lange und die Zwickauer vermissten ihre Brühlette." Seit dieser Zeit setzte sich der Siegeszug des besonderen Fleischklopses zur überregionalen Bedeutung unaufhaltsam fort. Seither begrüßten die Hamperls Kunden aus England, Schweden und sogar aus Australien, die entweder ihre Wurzeln in Zwickau haben oder als Reisende auf der Durchreise auf den Geschmack gekommen sind. Jens Seidel (47) von der Glück-Auf-Fleischerei hat nun den Staffelstab übernommen, tritt in die Fußstapfen der Hamperls und nimmt das Unikat in sein Sortiment auf. Daher können sich alle Fans der Zwickauer Brühlette auch nach der Umgestaltung des Neumarktes weiterhin auf ihre Lieblingsspeise freuen. msz


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