Farbe über den Tisch gekippt

Ausstellung Museum Gunzenhauser zeigt einen weiteren großen Informellen

Der deutsche Maler Fred Thieler zählt zu den Hauptvertretern des deutschen Informel - jener Strömung, die sich nach dem zweiten Weltkrieg ganz vom gegenständlichen Ursprung ihrer Erzeugnisse abkoppelte. Thielers energiereicher Malerei widmet das Museum Gunzenhauser seit Samstag eine Retrospektive und bildet mit 70 Werken sein Schaffen von 1940 bis zum Todesjahr 1999 ab. Zu erkennen ist dabei die Entwicklung vom gegenständlichen Bild über die Abstraktion hin zum Informell, in dem der Maler Farbe großflächig über präparierte Leinwände verteilte. Damit erzielte er teils beeindruckende Wirkung, wenn beispielsweise bei auf dem Tisch liegenden Leinwänden Farbrinnsale die Rahmen zum flächigen Inneren seiner "Inbilder" formten. Bemerkenswert ist auch die im Laufe der Zeit wachsende Größe seiner Werke. Das größte im Gunzenhauser gezeigte Gemälde mit dem typisch kryptischen Titel "K I/80" aus dem Jahr 1980 erreicht beeindruckende Maße von zwei mal viereinhalb Metern. Da müsse man schon schauen, dass das Haus auch genügend große Türen hat, so Kuratorin Linda Dietrich. Mit der Retrospektive "Fred Thieler. Malerei" ergänzt das Haus die zuvor im Museum am Theaterplatz gezeigte K.O.-Götz-Ausstellung. Es habe sich angeboten, Thieler in diesem Umfeld zu platzieren, zumal auch das Informell gerade eine Wiederentdeckung erfahre, erklärt Linda Dietrich. Noch bis 21. September können Besucher Fred Thielers Malerei für sich selbst neu entdecken. mch/vtz