"Keine Veranstaltung, sondern ein Prozess"

Interview mit Gert Stöhr zum Jubiläum des Vereins für Jugendarbeit und Jugendweihe

Am Samstag begeht der Chemnitzer Verein für Jugendarbeit und Jugendweihe sein 20-jähriges Bestehen. Steffi Hofmann sprach dazu mit dem Vorsitzenden Gert Stöhr.

Was ist das Hauptanliegen des Vereins?

Wir kümmern uns um Jugendliche auf ihrem Weg zum Erwachsensein und wollen ihnen Werte und Vorstellungen des Humanismus näher bringen. Dazu bieten wir Gemeinschaftsaktionen an, die sowohl Spiel und Spaß bringen, aber auch gesellschaftliche Themen behandeln, wie Geschichte und Demokratie. Die Jugendweihe ist für uns keine Veranstaltung, sondern ein Prozess.

In den letzten 20 Jahren hat sich das Umfeld und haben sich die Möglichkeiten für Jugendliche grundlegend gewandelt. Was bedeutet das für Ihren Verein?

Nach der Wende gab es nicht viel, was die jungen Leute abhielt, zu uns zu kommen. Sie hatten ja kaum etwas anderes, das sie abgelenkt hat. Heute, mit Internet und Handy, ist das ganz anders. Wir müssen unsere Inhalte ändern, um interessant zu bleiben.

Während früher solche Ausflüge wie zum Beispiel zur Rettungshundestaffel beliebt waren, so ist heute das Thema Computer der Renner. Hierzu bieten wir unter anderem Treffen mit dem Verbraucherschutz an, um den junge Leuten die Gefahren im Internet aufzuzeigen.

Hat sich die Anzahl der Jungen und Mädchen in Chemnitz, die eine Jugendweihe machen, verändert?

Nein, das würde ich nicht sagen. Diese Anzahl hat sich nicht geändert, aber die Zahl der Jugendlichen allgemein hat sich verändert - sie ist gesunken.