Geburtshilfe ist heutzutage immer ein stückweit im Wandel

Entwicklung Werdende Eltern wissen häusliches und familiäres Umfeld zu schätzen

Geburtshilfe ist eine Frage des Vertrauens: in den Kliniken Erlabrunn macht man vieles möglich, dass sich Schwangere wohl und gut betreut fühlen. "Die Geburtshilfe ist immer im Wandel. Würde die Klinik in Stillstand geraten, wäre das fatal. Man muss sich den Gegebenheiten anpassen. Die werdenden Mütter fragen immer mehr Sachen nach. Ansprüche stellen zu dürfen, das ist an der Tagesordnung", sagt Mandy Süß, die leitende Hebamme der Kliniken Erlabrunn. Was die 32-jährige positiv sieht: "Die Familienzimmer werden von den Eltern intensiv genutzt. Zunehmend bleiben Väter mit in der Klinik." Mittlerweile existieren drei Familienzimmer. Eines davon wurde erst jetzt eingerichtet. Hausgeburten werden von immer weniger Hebammen angeboten, das habe unter anderem mit der verschärften Haftpflicht-Situation zu tun. "In einer geburtshilflich so relativ kleinen Klinik, wie Erlabrunn, finden Frauen all das, was sie auch zuhause haben - ein häusliches und familiäres Umfeld. Ein Vorteil ist auch, dass sich die Frauen in der Klinik erholen können, was zuhause, wenn vielleicht weitere Kinder da sind, nicht unbedingt gegeben ist", so Süß. Die Frauen werden liebevoll betreut - nach einer normalen Geburt drei bis vier Tage und nach einem Kaiserschnitt bis zu fünf Tage. Außerdem wird in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe inklusive Neonatologie sowie kinder- und jugendmedizinischem Leistungsbereich das Stillen durch eine zertifizierte Stillberaterin angeleitet und Frauen haben den Vorteil der medizinischen Betreuung, wenn es von Nöten ist. "Die Technik ist gut versteckt, aber im Notfall ist sie da", weiß Süß. Ein Mediziner-Team ist immer zur Stelle, wenn Handlungsbedarf besteht: ob Anästhesisten, Frauen- oder Kinderärzte. Pro Jahr kommen in Erlabrunn rund 500 Kinder zu Welt. Die Kaiserschnitt-Rate liegt im sachsenweiten Durchschnitt von rund 22 Prozent. "Als Hebammen sind wir den verschiedenen Geburtsmethoden gegenüber sehr aufgeschlossen. Ohne Wassergeburten geht es heute nichts mehr. Auch sind Geburten in aufrechten Positionen möglich - am Seil, auf dem Hocker oder im Vierfüßler. Auch eine Sprossenwand gibt es im Kreißsaal", erklärt Süß, die einen großen Wunsch hat: "Die Geburtshilfe soll nie zum Stillstand kommen, sondern sich immer weiter entwickeln und neue Sichtweisen sollen implementiert werden." Aufgrund der positiven Entwicklung der Geburtshilfe in Erlabrunn wird Personal aufgestockt: in naher Zukunft sollen weitere zwei Hebammen das Team verstärken. Außerdem ist das bereits tätige Hebammen-Team derzeit dabei, auf der Wochenstation tätig zu werden und die Schwestern dort zu unterstützen, was nicht unbedingt üblich ist, denn normalerweise arbeiten Hebammen nur im Kreißsaal. Werdende Muttis können auf ein Rundum-Betreuungskonzept bauen. Eng verbunden ist die Klinik mit der Hebammen-Praxis "Lichtblick" in Schwarzenberg. Die sechs Hebammen arbeiten im Kreißsaal in Erlabrunn. Dadurch ist es möglich, die Angebote eng zu vernetzen. Das gilt in der Vorbereitungszeit genauso, wie in der Nachbetreuung. So stehen die Geburtsvorbereitung ab der 28. Schwangerschaftswoche genauso auf dem Programm, wie Schwimmen für Schwangere und eine Sprechstunde bei Schwangerschaftsbeschwerden. "Es ist ein großes Plus, das uns die Frauen schon während der Schwangerschaft kennenlernen", weiß Süß aus Erfahrung: "Für Frauen, wo in der Schwangerschaft nicht alles optimal läuft und es Besonderheiten gibt, führt die Klinik Geburtsplanungen durch. Dort wird alles genau durchgesprochen." Nach der Geburt betreuen die Hebammen die Frauen weiter bis weit ins erste Lebensjahr des Kindes hinein.



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