Mit neuem Herz auf Medaillenjagd

Transplantation Thomas Bergmann bekommt zweites Leben geschenkt

Neustädtel. 

Thomas Bergmann aus Neustädtel ist braungebrannt und hat eine sportliche Figur. Dass es ihm vor ein paar Jahren richtig schlecht ging, sieht man ihm heute nicht mehr an. Dabei hing sein Leben vor vier Jahren am viel zitierten seidenen Faden - er hatte ein krankes Herz.

"Damals konnte ich keine zehn Meter mehr laufen." 2001 hatten die Probleme angefangen. "Ich war nicht mehr voll leistungsfähig, hatte Rhythmusstörungen." Bis 2006 kam er mit den richtigen Medikamenten ganz gut über die Runden: "Ich war gut eingestellt." Dann aber begannen die Probleme neu, Bergmann bekam einen Schrittmacher mit Defibrillator.

"Ab 2008 war ich dann arbeitsunfähig", sagt der gelernte Lackiermeister. Im Jahr 2009 ging alles Schlag auf Schlag: Im März die Einweisung ins Herzzentrum Leipzig. "Ich stand auf der Hochdringlichkeitsliste, fünf Wochen später kam mein Herz." Bereits nach zwei Tagen konnte er die Intensivstation verlassen, Ende Mai die Klinik. Sein neues Leben mit neuem Herz sollte auch wieder ein Sportliches werden. Sportlicher sogar als je zuvor. Vor allem das kühle Nass habe es ihm seither angetan. Sein Ehrgeiz und auch der Glaube an Gott haben ihn stetig nach vorn getrieben. So weit, dass er in diesem Sommer an der Weltmeisterschaft der Transplantierten im südafrikanischen Durban teilnehmen konnte und dort sehr erfolgreich war. Seine Mühen, sein Ehrgeiz wurden mit drei Medaillen belohnt. Der Erzgebirger holte sich in Südafrika Silber über 100 Meter und Bronze über 50 Meter Brust. Zu guter Letzt sicherte er sich noch Silber im 400-Meter-Lauf.

Neben den Medaillen hat er viele Erinnerungen im Gepäck: "Die Wettkämpfe werden ja auch nach weltsportlichen, internationalen Regeln ausgetragen", so Thomas Bergmann.

Begleitet hat ihn seine Frau Hannelore. Sie freut sich über den sportlichen Erfolg ihres Mannes: "Ich habe das Ganze auch als Werbung für die Organspende gesehen." Denn sie sei sehr dankbar, dass ihr Mann 2009 auf diese Weise ein zweites Leben geschenkt bekam. Nun hoffen die Bergmanns, dass die WM der Transplantierten auch einmal in Deutschland stattfindet. "In den Ausrichterländern dieser WM steigt die Spendenbereitschaft nachweislich", sagen die Neustädtler.