Anzahl der HIV-Infizierten in Sachsen steigt

Gesundheit 150 Personen haben sich 2017 in der Region neu infiziert

Sachsen. 

Sachsen. Obwohl die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland in diesem Jahr sank, steht Sachsen gegen den Trend. Mit 150 Neuinfizierungen stieg die Anzahl im Bundesland. Die Anzahl der Neuinfektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), sank, aber es gab einen Anstieg der Neuinfektionen bei Frauen beziehungsweise heterosexuellen Menschen.

Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch will deshalb die Präventionsarbeit weiter verstärken: "Die Zahlen zeigen, dass die Präventionsarbeit der letzten Jahre bei der Gruppe der MSM erfolgreich war, nun aber verstärkt auch heterosexuell aktive Menschen erreichen muss. "Mein Haus wird in den nächsten Jahren gemeinsam mit den sächsischen AIDS-Hilfen für die seit Oktober 2018 erlaubte Nutzung von HIV-Selbsttests werben und für Risikogruppen diese Selbsttests auch zur Verfügung stellen", so Klepsch weiter.

Gesundheitsministerin Klepsch will Prävention

Die Dunkelziffern sind wahrscheinlich noch viel höher, da nach RKI-Schätzungen nur 78 Prozent der HIV-Infizierten in Sachsen ihre positive Diagnose überhaupt kennen. "Es darf nicht sein, dass in Sachsen circa 570 Menschen leben, die ihre HIV-Diagnose noch nicht kennen und somit ohne Therapie einen fortgeschrittenen Immundefekt oder gar die Krankheit AIDS erleiden und dabei auch weiterhin ansteckend bleiben", so die Ministerin abschließend.

Am 1. Dezember findet der Welt-AIDS-Tag statt. Seit 30 Jahren wird an diesem Datum weltweit an HIV und AIDS erinnert. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zum AIDS-Geschehen in der Bundesrepublik lebten Ende 2017 in Deutschland 86.100 HIV-positive Menschen, davon circa 2.600 in Sachsen. Dabei reduzierte sich in Deutschland die Zahl der HIV-Neuinfektionen leicht und lag bei 2.700.