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Apache 207 ist zurück im Game: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Aktuelle Tipps Apache 207 meldet sich mit einer neuen Single zurück, die singenden Seemänner von Santiano blicken auf eine Dekade Bandgeschichte zurück, und Will Sheff veröffentlicht sein Solodebüt: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik!

Fans von Apache 207 mussten sich in Geduld üben. Neue Musik veröffentlichte der Rapper zuletzt im Dezember 2021, in den sozialen Medien hielt er sich ebenso zurück. Passend zur jüngst gestarteten Amazon-Doku "Apache bleibt gleich" legt der 24-Jährige nun aber mit seiner neuen Single nach. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Santiano und Okkervil-River-Frontmann Will Sheff.

Apache - Fühlst du es auch

Seine Single "Roller" (2019) und sein Debütalbum "Treppenhaus" (2020) katapultierten Apache 207 vor zwei Jahren schlagartig auf den Deutschrap-Thron. Am groß gewachsenen Musiker, stets mit dicker Sonnenbrille und ikonischen langen Haaren unterwegs, war kein Vorbeikommen. Doch zuletzt schien sich der Hype um Volkan Yaman, wie der Rapper bürgerlich heißt, etwas gelegt zu haben. Seine zweite Platte "2sad2disco" blieb im Dezember 2021 mit Chartplatz 82 hinter den hohen Erwartungen zurück. Danach wurde es erst mal still um den 24-Jährigen.

Nun beendet der Mannheimer seine künstlerische Schaffenspause und meldet sich mit dem eingängigen Trap-Rap-Track "Fühlst du es auch" zurück. Die melodische Hook und der harte Beat umrahmen den durchaus nachdenklichen und doppelbödigen Text. "Was bringen dir 100.000 Fans auf Instagram, wenn mich von Hunderttausenden nur Hunderte erkennen", sinniert Apache 207 und gibt zu bedenken: "Seit meinem letzten Deal will jeder in die Family."

Wer tatsächlich zu dieser Family gehört, lag bislang größtenteils im Dunkeln. Interviews lehnte Apache 207 kategorisch ab, sein Privatleben verbarg Volkan Yaman vor der Öffentlichkeit - bis Mitte September die Musik-Doku "Apache bleibt gleich" bei Amazon debütierte. Die Produktion von Max Wiedemann und Quirin Berg ("Dark", "4 Blocks") verspricht bislang ungesehene Einblicke in die Welt des Musikers. Dazu kommt jetzt der neue Track - die Marketing-Maschinerie um einen der interessantesten Deutschrapper läuft auf Hochtouren. Bester Beleg: Das Musikvideo zu "Fühlst du es auch" landete in den YouTube-Trends prompt weit oben.

Santiano - Die Sehnsucht ist mein Steuermann - Das Beste aus 10 Jahren

Mit diesen Männern kommt die See ins Wohnzimmer: Vor zehn Jahren führte Musikproduzent Hartmut Krecht die Musiker Hans-Timm Hinrichsen, Axel Stosberg, Björn Both, Andreas Fahnert und Pete Sage zusammen - die Band Santiano wurde geboren. Im Jahr 2012 erschien das Debütalbum "Bis ans Ende der Welt" und erreichte Platz eins der deutschen Albumcharts. Mit der Mischung aus verschiedenen Musikgenres und seemännischen Motiven singen sich die Vollblut-Musiker seit Jahren in die Publikumsherzen. In ihrem neuen Album "Die Sehnsucht ist mein Steuermann - Das Beste aus 10 Jahren" nehmen sie ihre Fans mit auf eine musikalische Zeitreise und präsentieren ihre besten Werke.

Für das Album hat Santiano nicht nur fünf neue Songs, sondern ihre erfolgreichsten Hits, wie "Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren" und "Gott muss ein Seemann sein", in verschiedenen Versionen aufgenommen. Ganz klar im Vordergrund: Seemannsmusik, der Drang nach Freiheit und Hafenkneipenstimmung. Obwohl sie diesen Themen immer treu geblieben ist, hat die Band in den letzten Jahren etwas Besonderes erschaffen - und der Tradition der Shantys ein modernes und neues Leben eingehaucht.

Diese Vielfalt ist auch in "Die Sehnsucht ist mein Steuermann - Das Beste aus 10 Jahren" deutlich hörbar. Von Einflüssen des Rocks bis hin zu Elementen der Filmmusik ist das Album für jede Altersgruppe geeignet. Davon können sich Fans im kommenden Jahr auch live überzeugen, wenn die Band ihre Tour "10 Jahre SANTIANO - Die große Jubiläums-Tournee 2023" startet.

Will Sheff - Nothing Special

Im Grunde war sein Debütalbum längst überfällig: Schon bei "Away" (2016), dem vorletzten Album von Okkervil River, hatte Sänger Will Sheff seine Band zu Grabe getragen - mit einem Song, der unmissverständlich "Okkervil River R.I.P." hieß. Doch den Schritt in die Solo-Karriere tatsächlich zu wagen, war für den stets oft grüblerischen, gerne auch an sich selbst zweifelnden Songwriter kein leichter. Dass er sein erstes Album "Nothing Special" nennt, zeigt einmal mehr: Sheff würde am liebsten hinter seinen Songs verschwinden.

Und zumindest ins Rampenlicht drängt er sich nicht: Für "Nothing Special" arbeitete Sheff zwar unter anderem mit Mitgliedern seiner (nicht aufgelösten) Band und Gastmusikern wie dem Songwriter Christian Lee Hutson, Schlagzeuger Griffin Goldsmith (Dawes) und Pianist Zac Rae (Death Cab For Cutie) zusammen. Das Album fühlt sich dennoch in seiner melancholisch-kontemplativen Grundstimmung jederzeit wie ein Soloalbum an. Und egal, ob sie minimalistisch-folkig wie der Titeltrack oder eher vollmundiger, ja fast countryesk wie bei "Like The Last Time" arrangiert sind: Die Songs stehen hier jederzeit im Mittelpunkt.

Am ehesten erinnert noch der Opener "The Spiral Season" an frühere Indie-Rock-Hymnen. In den restlichen sieben Songs, die fast alle die Fünf-Minuten-Grenze überschreiten, verarbeitet Sheff unter anderem den Tod seines langjährigen Bandkollegen Travis Nelson, der 2020 starb. Aber spätestens, wenn in "Evidence" zarte Bläser das Album ausklingen lassen, scheint klar: Für Sheff beginnt hier ein hoffnungsvolles, neues Kapitel, das die Vergangenheit hinter sich lässt.

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