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"Fatshaming und misogyn": Die Ärzte distanzieren sich von eigenem Kult-Hit

"Elke" Obwohl ihr Song "Elke" aus dem Jahr 1988 zu ihren Kult-Hits gehört, wollen die Ärzte das Lied nicht mehr bei Konzerten spielen. Grund dafür sind Liedzeilen, die die Band selbst heute als frauenfeindlich erachtet.

Im Jahr 1988 veröffentlichten die Ärzte ihr Album "Das ist nicht die ganze Wahrheit ... ". Der siebte Titel auf der Platte heißt "Elke" - ein Song, den die Punkrock-Gruppe um Sänger Farin Urlaub einem Fan widmete. So hätte eine korpulente Anhängerin der Band nachgestellt und ihnen Bilder von sich selbst geschickt. Eine Anekdote, die zum Hit wurde und drei Wochen in den deutschen Charts platziert war.

Doch obwohl "Elke" zu den erfolgreichsten Songs der Ärzte gehört, distanziert sich die Band nun von ihm. Das wurde nun bei einem Auftritt in der Hauptstadt deutlich. "Ne, Leute. 'Elke' ist Fatshaming und misogyn. So was spielen wir nicht mehr, das ist letztes Jahrtausend", erklärte Farin Urlaub bei einem Konzert in Berlin. Zuvor hatten Fans das Lied lautstark gefordert.

"Elke" zieht einen korpulenten Fan ins Lächerliche

In der Tat wird in "Elke" der Körper der Lied-Protagonistin ins Lächerliche gezogen. So heißt es unter anderem: "Wir haben uns getroffen, allein bei ihr zu Haus', sie sah noch viel, viel dicker als auf dem Foto aus." Und an anderer Stelle: "Ich schloss sie in die Arme, das heißt, ich hab's versucht, ich stürzte in ihr Fettgewebe wie in eine Schlucht." Laut Farin Urlaub - bürgerlich: Jan Vetter - ein klarer Fall von Frauenfeindlichkeit und sogenanntem Fatshaming, also der Diskriminierung von Menschen, die unter Adipositas leiden.

"Elke" ist nicht das einzige Lied der Ärzte, das in der Vergangenheit für Kontroversen sorgte. In "Claudia" singen sie über die Liebesbeziehung von einer Frau und ihrem Schäferhund. Bei "Geschwisterliebe" handelt es sich um Geschlechtsverkehr zwischen Bruder und Schwester.

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