Lena unternimmt "eine Reise zurück" zu sich selbst: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Aktuelle Tipps Bushido, Eminem und Lena, die sich nach fünf Jahren schöpferischer Pause mit einem neuen Studioalbum zurückmeldet: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Lena ist zurück: Mehr als fünf Jahre nach der Veröffentlichung ihres Vorgänger-Albums "Only Love, L" präsentiert die inzwischen 33-Jährige ihr sechstes Studioalbum "Loyal to myself": Der Titel ist dabei Programm, singt und rappt Lena darauf doch über ihre musikalische wie auch persönliche Vergangenheit, große Gefühle und falsche Freundinnen. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Bushido und Eminem.

Lena - Loyal to myself

Bald ist es 15 Jahre her, dass Lena Meyer-Landrut alias Lena die europäische Musikwelt eroberte: Mit "Satellite" gewann die damals 19-Jährige den Eurovision Song Contest 2010 in Oslo. Viel ist seither passiert: Lena veröffentlichte fünf Studioalben, gewann knapp sechs Millionen Follower bei Instagram, legte allerdings auch eine lange künstlerische Pause ein. 2023 beschreibt die Sängerin als hartes Jahr, das unter anderem von einem Reitunfall, Selbstzweifeln und einer Depression geprägt war. Nun meldet sich Lena musikalisch mit ihrem sechsten Studioalbum "Loyal to myself" zurück.

Das Album sei "eine Reise zurück zu mir selbst", beschreibt die Sängerin in der begleitenden Doku "Making Loyal", die auf YouTube erschienen ist. Es stehe unter dem Motto: "Authentischer. Mehr bei mir. Zurück zu mir. Weniger Druck. Mehr Spaß." Insgesamt 17 Songs umfasst das Album - darunter vier Bonustracks, die bereits zwischen 2021 und 2023 als Singles erschienen sind. Musikalisch bewegt sich das Album zwischen Folk-, Indie- und Pop-Elementen. In "Mean Girls" rappt Lena sogar.

Überraschend ist auch die musikalische Klammer, die den neuveröffentlichten ersten Teil des Albums umspannt: Die a cappella aufgenommenen kurzen Stücke "Let me dream" (Track eins) und "Lass mich träumen" (Track 13) schaffen eine beruhigende Atmosphäre. Thematisch knüpfen die Songs an die großen Themen des Lebens an: Der vorab veröffentlichte Titelsong "Loyal to myself" ist eine Art Selbstliebe-Hymne, "Brown blue eyes", "Right reasons" und "First Love" handeln von Liebe und verletzten Gefühlen. "Mean girls" hingegen beginnt mit einem Zitat aus dem gleichnamigen Film und handelt entsprechend von falschen Freundinnen. In "See you later" erinnert sich Lena hingegen an ihren ESC-Sieg zurück.

Wenige Stunden vor der Albumveröffentlichung erschien zudem das Video der Vorab-Single "Good again": Zunächst sieht man Lena weinen, ehe sie mit Feenflügeln am Rücken über die Straßen und in einer Tankstelle tanzt: "Es ist schon viel zu lange her, dass ich vor Lachen geweint habe", singt sie, und später: "Ich fühle mich besser als je zuvor."

Bushido - König für immer

Auch Bushido meldet sich nach einer fast zwei Jahre andauernden Pause auf dem Musikmarkt zurück: "König für immer" lautet der Titel seines in Summe 14. Albums, das 24 Titel umfasst. Die gleichnamige Tournee startete Ende März in Berlin. Es war das erste Konzert des Rappers nach fast acht Jahren Bühnenpause. Die für Sommer angekündigten Open-Air-Termine sollen die letzten seiner Karriere sein. Entsprechend fast schon melancholisch klingen einzelne Tracks des neuen Albums, wenn man sie mit früheren Werken des inzwischen 45-Jährigen vergleicht: "Mit meinem Tod geht eine Ära der Musik zu Ende", rappt Bushido etwa in "Morpheus", einem Titel, in dem es auch viel über die Liebe des Vaters für seine "acht Engel" geht: "Wenn ich für sie schieße, hinterlass' ich keine Zeugen", rappt er über seine Kinder: "beschütze sie bei Nacht in ihren allerschlimmsten Träumen", rappt er weiter. Ein Gefühl, das vermutlich alle Elternteile kennen, beschreibt er in "Gebetet": "Manchmal sitze ich nur da und kann es immer noch nicht fassen/Wie groß sind all die Klein'n schon gewachsen?"

In "Rich Dad" wiederum vergleicht er sein derzeitiges Familienleben in Dubai mit seiner eigenen, weitaus weniger glanzvollen Kindheit. Doch Bushido wäre nicht Bushido, wenn es neben alledem nicht auch härtere Textzeilen auf dem Album gäbe: "Macht euch bereit für viele Insights, ungeklärte Angelegenheiten und harte Punchlines", hieß es bereits in einer Vorab-Ankündigung der Platte. Schon im ersten Track "Burj Khalifa", benannt nach einem Wolkenkratzer in seiner Wahlheimat, rechnet er mit seinen Kritikern ab und disst unter anderem Rapper Bonez MC. "Frontline" hingegen scheint auch eine Anspielung auf die Skandale und Boulevard-Schlagzeilen zu sein, für die Anis Mohamed Youssef Ferchichi, wie Bushido mit bürgerlichem Namen heißt, immer wieder sorgt.

Eminem - Houdini

Ob Eminem ebenfalls über ein Karriereende nachdenkt, ist nicht ganz sicher: "The Death Of Slim Shady (Coup De Grâce)" lautet der Titel seines zwölften Studioalbums, das der Rapper Ende April ankündigte. Ein konkretes Veröffentlichungsdatum des Longplayers bleibt der 51-Jährige seinen Fans bislang schuldig. Im Sommer, so die Vermutung, dürfte es so weit sein. Mit der Single "Houdini" gibt es nun immerhin einen ersten Vorgeschmack. Angekündigt hatte Eminem sie am Mittwoch via Instagram: In einem Clip sah man ihn mit dem Magier David Blaine telefonieren: "Für meinen letzten Trick werde ich meine Karriere verschwinden lassen", kündigte Eminem an.

Im nun erschienenen Musikvideo zu "Houdini" begibt sich Eminem darin auf eine Zeitreise in seine eigene musikalische Vergangenheit: "Guess who's back, back again" ("Rate mal, wer wieder da ist?"), rappt Eminem auf ein Sample von "Abracadabra" der Steve Miller Band aus dem Jahr 1982: "Shady's back, tell a friend" ("Shady ist zurück, erzähl es einem Freund"). Gemeint ist Eminems Alter Ego Slim Shady, mit dem er in den 1990-ern berühmt wurde. Im zum Song gehörenden Musikvideo sieht man die Kunstfigur gleich zu Beginn durch eine Art Zeit-Portal ins Jahr 2024 steigen. Mit Zitaten aus der eigenen Karriere geht es weiter, wenn das Video von einem Kampf zwischen Slim Shady und Eminem erzählt. Letzterer ist dabei als Superheld verkleidet, während der Comic-Stil des Videos an Eminems Musikvideo zu "Without Me" aus dem Jahr 2002 erinnert. Dazu gibt es zahlreiche Cameo-Auftritte von Rap-Größen wie Snoop Dogg. Dr. Dre, The Alchemist und 50 Cent.

Im Song selbst geht Eminem mit seinem jüngeren Ich hart ins Gericht: Er disst sein Alter Ego und spielt auf seine früheren Drogenprobleme an. Für Kontroversen sorgen auch Textzeilen, in denen es um die Cancel-Culture, Transgender-Personen und die Schüsse auf Rapperin Megan Thee Stallion geht. Produziert wurde "Houdini" von Luis Resto.

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