Sänger der Pogues: Trauer um Folk-Punk-Legende Shane MacGowan

"Fairytale of New York" Seine Alkohol- und Drogenexzesse waren nicht weniger legendär als sein markanter Gesang: Nun ist Shane MacGowan, Frontmann der Band The Pogues, im Alter von 65 Jahren gestorben.

Shane MacGowan ist tot. Der Sänger der irischen Folk-Punk-Band The Pogues starb am Donnerstag im Alter von 65 Jahren an den Folgen einer viralen Gehirnentzündung. Das teilte die Frau des Musikers, die Journalistin Victoria Mary Clarke, bei Instagram mit. MacGowan hatte wegen der Erkrankung viele Monate im Krankenhaus verbracht und war jüngst erst aus der stationären Behandlung entlassen worden.

"Es gibt keine Möglichkeit, den Verlust zu beschreiben, den ich fühle, und die Sehnsucht nach nur einem weiteren seiner Lächeln, das meine Welt erhellte", schreibt Clarke in ihrem Social-Media-Post zu einem Bild, das den Iren in jungen Jahren mit einem Glas Wein und einer Zigarette in der Hand zeigt. MacGowans ausschweifender Lebensstil war fast ebenso legendär wie sein markanter, schroffer Gesangsstil.

Die Pogues warfen Shane MacGowan raus - und nahmen ihn wieder auf

Der 1957 in der englischen Grafschaft Kent geborene Sohn irischer Eltern war lange heroinabhängig. Alkohol, so sagte er vor rund 15 Jahren in einem Interview der Zeitung "Daily Mirror", trinke er seit dem vierten Lebensjahr. Ein Gewohnheitstrinker sei er seit dem zehnten Lebensjahr. Seit einem Beckenbruch im Jahr 2015 war MacGowan auf den Rollstuhl angewiesen, 2020 zertrümmerte er sich bei einem Sturz das Knie.

Mit seiner Band, den 1981 gegründeten und in London beheimateten Pogues, trat Shane MacGowan nicht selten betrunken auf die Bühne. Seinem Legendenstatus tat das allerdings schon zu Lebzeiten keinen Abbruch. Die Pogues spielten einen mitreißenden und weit über die britischen Inseln hinaus populären Mix aus Punkrock und keltischem Folk. Ihr bekanntester Hit wird ironischerweise als Weihnachtssong verstanden: "Fairytale of New York" erschien 1987 und erreichte Platz 2 der britischen Charts.

1991 trennte sich die Band von ihrem Frontmann wegen unprofessionellen Verhaltens. Während die Pogues in der Folge erheblich geringeren Erfolg verbuchten, gründete der Ausgestoßene das Soloprojekt Shane MacGowan and The Popes. Auch stand er mit Hollywoodstar Johnny Depp und Pete Doherty (The Libertines, Babyshambles) auf der Bühne. 2001 kehrte Shane MacGowan zurück zu der Band, die er einst gegründet hatte. Der letzte gemeinsame Auftritt datiert aus dem Jahr 2014.

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