Am 28. Februar entscheidet sich, wer für Deutschland beim diesjährigen Eurovision Song Contest in Wien antreten wird. Neun Acts wollen die internationale Fachjury und das TV-Publikum beim deutschen Vorentscheid von ihrem Talent überzeugen. ESC-Fans können das Spektakel live in der Sendung „Eurovision Song Contest – Das Deutsche Finale 2026“ im Ersten (ARD) verfolgen. Unter den Kandidaten findet sich auch ein bekanntes Gesicht wieder – DSDS-Star Sarah Engels (33) wagt den musikalischen Anlauf. Mit ihrem Song „Fire“ will sie mächtig einheizen und hofft auf das goldene Ticket zum ESC.
Warum will Engels antreten? Was sagt sie zu den deutschen ESC-Flops der letzten Jahre? Und bereut die Sängerin ihre einstige DSDS-Teilnahme? Das und mehr verrät sie im Interview mit BLICK.de.
DSDS-Star Sarah Engels will zum ESC: „Großen Respekt“
BLICK.de: Hallo Sarah! Dein ESC-Song „Fire“ – was bedeutet er dir persönlich?
Sarah Engels: „Fire“ ist für mich ein sehr persönlicher Song, der aus einem Moment entstanden ist, in dem ich gemerkt habe, dass ich mich selbst ein Stück weit verloren hatte. Die Idee dazu kam in einer Phase meines Lebens, in der ich zwar funktioniert habe, aber meine eigene Stimme und innere Stärke leiser geworden waren. Der Song erzählt von genau diesem Punkt – und von dem Wunsch, das eigene innere Feuer wiederzufinden: den Mut, sich selbst zu vertrauen, für sich einzustehen und wieder an die eigene Kraft zu glauben. Ganz bewusst richtet sich „Fire“ vor allem an Frauen. An Frauen, die vielleicht gerade still geworden sind, obwohl so viel in ihnen steckt. Mit diesem Song möchte ich sagen: Dein Feuer ist nicht verschwunden – es ist manchmal nur gut versteckt. Und es darf wieder brennen.
BLICK.de: Gab es bei dir für den ESC-Vorentscheid mehrere Songs zur Auswahl? Wenn ja, warum genau machte „Fire“ das Rennen?
Sarah Engels: Nein, es gab tatsächlich keine Alternativen. Als „Fire“ entstanden ist, hat es sich sofort genau richtig angefühlt. Ich habe gespürt, dass jetzt der richtige Moment ist – für diesen Song und für diesen Schritt. „Fire“ steht für meine persönliche Entwicklung, für Stärke, Selbstvertrauen und dafür, Zweifel nicht länger mein Handeln bestimmen zu lassen. Genau diese Message möchte ich jetzt in die Welt tragen, und deshalb war sehr schnell klar, dass es nur dieser Song sein kann.
BLICK.de: Welcher der anderen acht Songs im deutschen Vorentscheid gefällt dir besonders gut?
Sarah Engels: Ich habe großen Respekt vor allen anderen Acts. Alle acht Beiträge sind großartig, jeder auf seine ganz eigene Art und unverkennbar. Genau diese Vielfalt macht den Wettbewerb so besonders. Für mich geht es deshalb weniger um Konkurrenz, sondern darum, gemeinsam etwas Echtes auf die Bühne zu bringen. Und wenn am Ende jemand anderes überzeugt, würde ich mich von Herzen mitfreuen – weil ich weiß, wie viel Mut, Arbeit und Herzblut in jedem einzelnen Beitrag steckt.
Risiko durch ESC: Das sagt Sarah Engels
BLICK.de: Viele bekannte Künstler scheuen den ESC, weil ein schlechtes Abschneiden dauerhaft an einem haften kann. Hast du auch darüber nachgedacht?
Sarah Engels: Im Moment bin ich einfach nur glücklich und unglaublich stolz, beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest antreten zu dürfen. Für mich steht aktuell die Freude an der Musik und an dieser besonderen Chance im Vordergrund. Zusammen mit den anderen großartigen Acts werden wir einen unvergesslichen Abend verbringen.
BLICK.de: Warum genau willst du für Deutschland beim ESC antreten?
Sarah Engels: Weil es sich jetzt absolut richtig anfühlt. Mit „Fire“ ist jetzt der Song entstanden, der meine persönliche Geschichte und meine innere Entwicklung widerspiegelt – gemeinsam mit dem besten Team, das ich mir wünschen kann. Dieser Song steht für Stärke, Selbstvertrauen und dafür, wieder an sich zu glauben. Genau diese Message möchte ich jetzt in die Welt tragen, und deshalb ist jetzt der perfekte Zeitpunkt für diesen Schritt.
BLICK.de: Woran liegt es, dass Deutschland in den letzten Jahren beim ESC oft schlecht abgeschnitten hat?
Sarah Engels: Ich finde, der ESC ist ein unglaublich vielfältiger Wettbewerb, bei dem viele Faktoren zusammenkommen – vom Song über die Performance bis hin zum jeweiligen Zeitgeist. Es ist schwer, dafür einen einzelnen Grund zu nennen. Am Ende geht es darum, authentisch zu sein und etwas zu zeigen, das emotional berührt und im Gedächtnis bleibt. Genau darauf möchte ich mich konzentrieren: meine eigene Geschichte ehrlich zu erzählen und mit meiner Musik Menschen zu erreichen, unabhängig von Platzierungen.
BLICK.de: Hattest du schon Kontakt zu früheren deutschen ESC-Teilnehmern wie Lena Meyer-Landrut? Worüber wurde gesprochen oder was würdest du wissen wollen?
Sarah Engels: Nein, bisher hatte ich noch keinen persönlichen Kontakt zu früheren deutschen ESC-Teilnehmern. Wenn sich die Gelegenheit ergeben würde, würde mich vor allem interessieren, wie es sich anfühlt, auf der größten Musikbühne der Welt zu stehen – dieser eine Moment, wenn alles zusammenkommt. Und wie ihre Erinnerungen an diesen Moment sind.
Sarah Engels: So denkt sie heute über DSDS
BLICK.de: Seit deiner DSDS-Teilnahme hast du eine erfolgreiche Karriere hingelegt. Stört es dich, dass dich manche Menschen noch immer mit DSDS verbinden?
Sarah Engels: Nein, das stört mich nicht. DSDS war ein wichtiger Teil meines Weges und der Anfang meiner Karriere. Dafür bin ich sehr dankbar. Natürlich habe ich mich seitdem weiterentwickelt – musikalisch und persönlich – und genau das gehört für mich dazu. Ich sehe DSDS nicht als Schublade, sondern als Fundament, auf dem ich weiter aufbauen durfte.
BLICK.de: Hattest du je das Gefühl, dass man dich in der Musikbranche wegen deiner DSDS-Vergangenheit belächelt?
Sarah Engels: Natürlich gibt es Vorurteile gegenüber Castingshow-Kandidaten, aber ich habe immer an mich und meine Musik geglaubt und mich darauf konzentriert, mich weiterzuentwickeln. Für mich ist DSDS ein Teil meiner Geschichte, der mich geprägt hat – und ich lasse mich davon nicht definieren. Am Ende zählt, was man daraus macht und wie man seinen eigenen Weg geht.
BLICK.de: Würdest du aus heutiger Sicht noch mal bei DSDS antreten?
Sarah Engels: Das kann ich so nicht sagen, weil ich heute einfach an einem ganz anderen Punkt in meinem Leben stehe. Ich bereue aber nichts und bin sehr dankbar für die Erfahrungen, die ich damals bei DSDS machen durfte.
BLICK.de: Inwiefern unterscheidet sich die heutige Sarah von der „DSDS-Sarah“ von damals?
Sarah Engels: Die heutige Sarah ist vor allem selbstbewusster und klarer in dem, was sie möchte – musikalisch und persönlich. Damals war ich noch sehr jung und habe vieles zum ersten Mal erlebt. Heute weiß ich besser, wer ich bin, was ich ausdrücken will und wie ich meine Musik einsetzen möchte, um Geschichten und Gefühle zu transportieren. Ich bin viel bewusster in meinen Entscheidungen und gehe meinen Weg mit mehr Ruhe und Vertrauen in mich selbst.
BLICK.de bedankt sich bei Sarah Engels für das Interview.
- Sendehinweis: Der deutsche ESC-Vorentscheid läuft am Samstag, dem 28. Februar um 20.15 Uhr im Ersten (ARD). Das große ESC-Finale steigt am 16. Mai in Wien und wird ebenfalls im Ersten gesendet.
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