Tokio Hotel, diesmal wieder mit Georg und Gustav: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Aktuelle Tipps Michael Jackson, Roger Waters und Tokio Hotel, die mit dem Album "2001" zum Band-Gedanken zurückkehren: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Tom und Bill Kaulitz waren zuletzt omnipräsent in den Medien, kreieren (auch durch ihr Privatleben) immer wieder neue Schlagzeilen, jetzt geht es aber endlich mal wieder um die ganze Band, also auch um Georg Listing und Gustav Schäfer. Fünf Jahre nach ihrer letzten Platte veröffentlichen Tokio Hotel das Album "2001". Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Michael Jackson und Roger Waters, der einen alten Pink-Floyd-Hit ins Jahr 2022 übersetzt hat.

Tokio Hotel - 2001

Dauerhaft im Gespräch bleiben - das ist den Kaulitz-Brüdern zuletzt durchaus gelungen. Tom durch seine Ehe mit Heidi Klum, Bill durch seine immer neuen ausgefallenen Looks oder auch Aussagen wie die, dass ihm das Toasten zu kompliziert sei und er sich stattdessen lieber dreimal am Tag Essen bestelle. Die Band selbst, Tokio Hotel, stand zuletzt nur relativ selten im Fokus, jetzt aber darf man endlich mal wieder über alle reden: Tom, Bill, Georg (Listing, Bass) und Gustav (Schäfer, Schlagzeug). Fünf Jahre nach "Dream Machine" präsentieren Tokio Hotel das neue Album "2001".

Der Titel zeigt es schon an: Mit "2001" beamen sich Tokio Hotel gedanklich zurück in ihr Gründungsjahr, und im Zuge dessen feiern die weltweit bekannten Magdeburger sich gewissermaßen auch selbst. Aber all das passiert mit einem neuen, zeitgemäßen Tokio-Hotel-Sound, der definitiv nicht nach 2001 klingt. Einige der Stücke kennt man schon, der Eröffnungstrack "Durch den Monsun 2020" etwa wurde bereits vor zwei Jahren als Single veröffentlicht. Zu den insgesamt 16 Titeln von "2001" gehört unter anderem auch "White Lies", der Titelsong der 2021er-Staffel von "Germany's Next Topmodel".

"Album" ist unterm Strich vielleicht ein etwas zu großer Begriff für "2001", es sind wohl doch eher gesammelte Werke aus den letzten Jahren - aber die Fans, die alten und die neuen, werden es wahrscheinlich auch ohne echten roten Faden durchgehen lassen. Und die Band, mit Gustav und Georg, wird weiter im Gespräch bleiben. Im April 2023 startet eine neue Europatour, dabei sind auch sechs Konzerte in Deutschland geplant.

Michael Jackson - Thriller 40

Die vielen großen Hits, die spektakulären Musikvideos, nicht zuletzt auch die Verkaufszahlen - das alles, was die "Thriller"-Ära ausmachte, war schon etwas wirklich Außergewöhnliches, etwas Epochales, und es wird so auch nicht wieder kommen. Es war das Album, mit dem Michael Jackson zum "King of Pop" wurde, das kommerziell erfolgreichste und vielleicht auch künstlerisch bedeutendste Werk der Pop-Geschichte. 40 Jahre liegt die Veröffentlichung dieses 50 Millionen Mal verkauften und mit acht Grammys ausgezeichneten Meilensteins inzwischen zurück, nun wird mit einer neuen Sonderedition gefeiert.

Die Jubiläumsedition "Thriller 40" ist erhältlich als LP (mit neu gestaltetem Cover) und Doppel-CD. Die erste Hälfte enthält das Original-Album von 1982 - neun Pop-Hits für die Ewigkeit (darunter der ikonische Titeltrack, "Billie Jean" und "Beat It"), von denen ganze sieben in den Top-10 der US-Charts landeten. Darüber hinaus bietet die 40-Jahre-Edition von "Thriller" viel spannendes Bonusmaterial, darunter auch ein paar bislang unveröffentlichte Songs, die es damals nicht in die finale Auswahl schafften - zum Beispiel "What A Lovely Way To Go". Für Fans natürlich ein Muss.

Roger Waters - Comfortably Numb 2022

Im Lauf der Jahre hat es viele große Pink-Floyd-Songs gegeben, dieser hier gilt jedoch als ganz besonderer Geniestreich. "Comfortably Numb" war seinerzeit eines der Highlights auf dem ohnehin großartigen Album "The Wall" (1979), bis heute landet der Titel in Pink-Floyd-Bestenlisten immer weit oben. Gute vier Jahrzehnte später hat Roger Waters den Titel, den er einst textete und gemeinsam mit David Gilmour komponierte, neu angepackt. Und wenn einer wie er das macht, dann kommt nicht einfach nur irgendwo ein neuer Beat dazu, sondern dann heißt das: wirklich neu angepackt. Begleitend wurde auch ein neues Musikvideo produziert, das Waters über seinen YouTube-Kanal veröffentlichte.

Man sieht eine Stadtruine und gesichtslose Menschen in den Straßen, später auch das ikonische fliegende Schwein, alles ist in grünes Licht getaucht. Unheilvolles Donnern eröffnet "Comfortably Numb 2022", Waters hat das Tempo heruntergedreht, die Gitarrensolos weggeschliffen - aus dem großen Pink-Floyd-Klassiker wird eine düstere, unbehagliche Artrock-Dystopie. Acht Minuten, 52 Sekunden, nichts zum Nebenbei-Hören.

Die Idee zu "Comforably Numb 2022" sei bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie entstanden, erklärt Roger Waters in einer Begleitnotiz, inzwischen hat das Stück wohl oder übel nur an Dringlichkeit dazugewonnen. Waters: "Es ist gedacht als ein Weckruf, als eine Brücke in eine freundlichere Zukunft". Mehr miteinander reden, weniger "Gemetzel", darum gehe es. Starkes Stück!

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