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"Unerhört": Empörung über geplanten Elbphilharmonie-Auftritt von Anna Netrebko

Russische Opernsängerin Gemeinsam mit ihrem Ehemann Yusif Eyvazov soll Anna Netrebko am Mittwochabend in der Elbphilharmonie auftreten. Nun kritisierte die ukrainische Generalkonsulin das bevorstehende Konzert scharf. Bereits am Montag hatte es Proteste bei einem Auftritt Netrebkos in Wien gegeben.

Es sei "ein Fest inmitten der Pest", urteilte die ukrainische Generalkonsulin Iryna Tybinka über ein bevorstehendes Konzert von Anna Netrebko und deren Ehemann Yusif Eyvazov in der Elbphilharmonie. Dass die Sopranistin am heutigen Mittwoch in Hamburg auftreten soll, hält Tybinka für "unerhört".

"Die russische Opernsängerin war, ist und bleibt eine der Einflussagenten des Putin-Regimes", heißt es in einem Schreiben vom Freitag. Netrebko sei es gelungen, "mit geringem Aufwand" auf die berühmteste Bühne Hamburgs zurückzukehren, "ohne ihre eigene Schuld einzugestehen, ohne die Verbrechen Russlands gegen die Menschlichkeit zu verurteilen oder den Familien derer, die infolge der russischen Aggression ums Leben kamen, Mitgefühl auszudrücken".

"Das kurze Gedächtnis derer, die dieses unerhörte Konzert möglich gemacht haben, ist überraschend"

Tybinka kritisierte, dass die ursprünglich für März geplante Veranstaltung zwar zum damaligen Zeitpunkt aufgrund des russischen Angriffskrieges verschoben worden sei, nun aber stattfinden dürfe: "Das kurze Gedächtnis derer, die dieses unerhörte Konzert möglich gemacht haben, ist überraschend. Denn die Umstände, die zur Absage von Netrebkos Konzert in der Elbphilharmonie im März geführt haben, haben sich schließlich nicht geändert."

Bereits am Montagabend hatte ein Auftritt von Netrebko in der Wiener Staatsoper für Proteste gesorgt. Berichten der Wiener Tageszeitung "Der Standard" zufolge sei die 50-Jährige dort mit vielen Bravo-, aber auch einigen Buh-Rufen empfangen worden. Im vergangenen März hatte sich Netrebko erst einige Wochen nach dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine vom Kreml distanziert.

"Ich verurteile den Krieg gegen die Ukraine ausdrücklich und meine Gedanken sind bei den Opfern dieses Krieges und ihren Familien", hieß es in einer Mitteilung des Klassikstars. Sie "erkenne und bedauere, dass meine Handlungen oder Aussagen in der Vergangenheit zum Teil falsch interpretiert werden konnten". Zuvor hatten etliche Häuser Engagements mit Netrebko aufgekündigt. Auch ihre Künstleragentur hatte sich von ihr getrennt. Ende April trat die Sopranistin schließlich erstmalig nach Beginn des Krieges wieder auf - als "Manon Lescaut" in Monte Carlo,

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