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  1. Boulevard
  2. Weltstar Julio Iglesias weist Missbrauchsvorwürfe zurück

Weltstar Julio Iglesias weist Missbrauchsvorwürfe zurück

Zwei Frauen berichten von Missbrauch und Gewalt in den Villen von Julio Iglesias. Der Sänger bestreitet die Anschuldigungen und spricht von "absolut falschen" Behauptungen.

16.01.2026, 15:05 Uhr
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    Weltstar Julio Iglesias weist Missbrauchsvorwürfe zurück - Iglesias lebt seit Langem zurückgezogen in der Karibik. (Archivfoto)
    Iglesias lebt seit Langem zurückgezogen in der Karibik. (Archivfoto) Foto: How Hwee Young/EPA/dpa
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    Weltstar Julio Iglesias weist Missbrauchsvorwürfe zurück - Der spanische Sänger Julio Iglesias hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Die spanische Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. (Archivfoto)
    Der spanische Sänger Julio Iglesias hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Die spanische Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. (Archivfoto) Foto: Martin Athenstädt/dpa
Madrid

Der spanische Schlager-Weltstar Julio Iglesias hat Vorwürfe sexueller Übergriffe und der Gewaltanwendung gegen zwei Frauen zurückgewiesen. "Mit tiefem Bedauern reagiere ich auf die Anschuldigungen zweier Personen, die zuvor in meinem Haus gearbeitet haben", schrieb der Sänger. "Ich bestreite, jemals eine Frau missbraucht, unter Druck gesetzt oder respektlos behandelt zu haben. Diese Anschuldigungen sind absolut falsch und machen mich sehr traurig", fügte der 82-Jährige auf Instagram hinzu. 

Die Anschuldigungen waren bereits am Dienstag von der spanischen Digitalzeitung "elDiario.es" und dem spanischsprachigen US-TV-Sender Univisión Noticias nach einer gemeinsamen dreijährigen Recherche veröffentlicht worden. Iglesias hatte alle Medienanfragen zunächst unbeantwortet gelassen.

Eine frühere Haushaltshilfe und eine ehemalige Physiotherapeutin berichteten von sexuellen Übergriffen und Gewaltanwendung sowie auch von Beleidigungen, Demütigungen und Zwangsarbeit "in einem Umfeld ständiger Kontrolle und Belästigung". Die vorgeworfenen Taten sollen sich demnach im Jahr 2021 in zwei Villen von Iglesias in Punta Cana in der Dominikanischen Republik sowie in Lyford Cay auf den Bahamas ereignet haben.

Ermittlungen wurden eingeleitet

Die spanische Justiz bestätigte auf Anfrage, dass eine entsprechende Anzeige gegen Iglesias bei der Staatsanwaltschaft am Nationalen Gerichtshof in Madrid eingereicht worden sei. Man habe Ermittlungen eingeleitet. Zu den Ermittlungen wollte die Behörde keine weiteren Details nennen. Dies diene auch dem Schutz der möglichen Opfer. Weitere Details werde man deshalb bis auf weiteres nicht veröffentlichen, teilte die Behörde mit.

Opfer berichten in Videos detailreich und weinend

In Videos berichten die beiden mutmaßlichen Opfer detailreich und zum Teil weinend von schrecklichen Erlebnissen. Iglesias habe ihr "Leben zerstört". Die Aussagen seien von Bekannten und Ärzten der beiden Frauen bestätigt worden. Eine der Frauen erklärte, sie sei zu sexuellen Kontakten gedrängt worden und habe auch körperliche und verbale Misshandlungen wie etwa Ohrfeigen erlebt. Es ist unter anderem von "nicht einvernehmlichen Penetrationen", also Vergewaltigung die Rede. 

Medien sprechen von "Horrorhäusern"

Nach Angaben der beiden Frauen sollen mindestens zwei für die Haushaltsführung und das Personal zuständige Mitarbeiterinnen von allem gewusst haben. Eine habe die Vorwürfe als "Lügengeschichten" zurückgewiesen, die andere nicht geantwortet, berichteten "elDiario.es" und Univisión Noticias. Spanische Medien bezeichneten die Villen von Iglesias in Urlaubsparadiesen der Karibik als "Horrorhäuser". 

Iglesias: Noch nie so viel Boshaftigkeit erlebt

Die Anzeige wurde laut Staatsanwaltschaft bereits am 5. Januar eingereicht. Die spanische Staatsangehörigkeit von Iglesias ermöglicht es, ihn in Spanien anzuzeigen, auch wenn die ihm zur Last gelegten Handlungen in Drittstaaten stattgefunden haben sollen. 

Iglesias gab sich kämpferisch. "Ich habe noch nie so viel Boshaftigkeit erlebt, aber ich habe noch die Kraft, die Menschen über die ganze Wahrheit zu informieren und meine Würde angesichts einer so schweren Beleidigung zu verteidigen", schrieb er. Er habe aber auch viele Nachrichten der Zuneigung und Treue erhalten, die ihm "viel Trost gespendet" hätten. 

Musikikone erhielt über 2600 Platin- und Gold-Platten

Iglesias gilt als erfolgreichster spanischsprachiger Sänger, wie es unter anderem im Guinness-Buch der Rekorde steht. Er hat aber auch auf Deutsch, Englisch und in vielen anderen Sprachen gesungen. Weltweit hat er mehr als 300 Millionen Alben verkauft und über 2600 Platin- und Gold-Platten erhalten.

Er arbeitete mit Musiklegenden aller Couleur zusammen: Mit Frank Sinatra und Plácido Domingo, mit Stevie Wonder und den Beach Boys, mit Diana Ross, Sting und vielen anderen. In Hollywood hat er einen Stern auf dem legendären "Walk Of Fame". In Spanien wurde er mehrfach ausgezeichnet. 

Forderung nach Aberkennung aller Auszeichnungen

Mehrere linksgerichtete Parteien forderten bereits, Iglesias sollten alle Auszeichnungen entzogen werden. Konservative Politiker wie die Präsidentin der Hauptstadtregion Madrid, Isabel Díaz Ayuso, lehnten dies jedoch energisch ab und wiesen auf die geltende Unschuldsvermutung hin.

In den vergangenen Jahren war es um Iglesias still geworden. Der Madrilene lebt seit Langem zurückgezogen in der Karibik. Bereits seit 2019 meidet er öffentliche Auftritte. Er gibt seitdem auch keine Interviews mehr.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

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