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Bund-Länder-Gipfel: Marathon-Gipfel mit Mini-Schritten

Corona Kanzlerin und Ministerpräsidenten diskutieren bis spät in die Nacht über Lockerungen

Es war das zu erwartende zähe Ringen um die mühsamen Schritte aus dem Lockdown: Bis zum späten Mittwochabend berieten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs erneut über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Nach fünf Stunden war eines zumindest fix: Der Lockdown geht in die Verlängerung, mehreren Medienberichten zufolge mindestens bis zum 28. März.

In Mini-Schritten aus dem Lockdown

Doch es gibt wohl auch einzelne Lockerungen. So sollen sich ab Montag, 8. März, wieder bis zu fünf Personen aus maximal zwei Haushalten treffen können. Kinder bis einschließlich 14 Jahren werden nicht mitgezählt. Zudem können Gartenfachmärkte und Blumenläden sowie Buchhandlungen ab dem 8. März wieder mit den bekannten Hygienekonzepten öffnen. Zu den Auflagen gehört überdies, dass auf die ersten 800 Quadratmeter ein Kunde pro zehn Quadratmeter zugelassen ist, für alle weiteren 20 Quadratmeter Verkaufsfläche jeweils ein weiterer Kunde. Weitere Lockerungen der derzeit geltenden Beschränkungen hängen nach wie vor an der Inzidenz-Grenze, eines der umstrittensten Themen. Werte zwischen 35 und 100 wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner standen zur Diskussion. Es sei ein harter Kampf zwischen Gefühl und Verstand, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Einige Ministerpräsidenten plädieren für die Aufhebung der 35er-Inzidenz, andere fürchten die dritte Welle bei zu schnellen Lockerungen. Wenn Geschäfte öffnen dürfen, wird shoppen wahrscheinlich nur mit Termin möglich sein.

Aktueller Stand bei Impfungen und Tests

Die Hoffnungen für die angedachten Beschlüsse ruhten vor allem auf dem flächendeckenden Einsatz von Tests, die ein schnelles Ergebnis ohne komplizierte Laboruntersuchungen liefern. Doch anders als von Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, stünden die Tests in Deutschland noch gar nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Frühestens im April soll das der Fall sein. Eine "Taskforce" soll sich jetzt erst um die Bestellung kümmern.

Immerhin: Eine erste Einigung soll sich am frühen Nachmittag bei den Impfungen abgezeichnet haben. Ab Ende März soll laut BILD auch in Arztpraxen geimpft werden dürfen, um das Tempo bei den Corona-Impfungen deutlich zu erhöhen. Schon ab kommender Woche sollen die Länder zudem flexibler als bisher über die Reihenfolge bei den Impfungen entscheiden können. Außerdem sollen die vorgeschriebenen Intervalle zwischen der ersten und zweiten Impfung maximal ausgereizt werden, damit Impfdosen nicht für die Zweitimpfungen zurückgehalten werden müssen.

Corona-Mutante bei fast 50 Prozent

Der Hauptgrund für die Zurückhaltung bei den Lockerungen liefert vor allem die zuerst in Großbritannien nachgewiesene Corona-Variante B.1.1.7. Laut Robert Koch-Institut betrug der Anteil dieser Mutante bei knapp 25.000 positiven Fällen aus der vergangenen Woche rund 46 Prozent. Vor rund einem Monat wurde der Anteil noch mit sechs Prozent beziffert. 



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