2,6 Milliarden Euro für den Hochwasserschutz

Investition Umweltminister besucht Flussmeisterei Chemnitz

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Foto: Andreas Seidel/Archiv

Seit der Hochwasserkatastrophe im August 2002 hat der Freistaat rund 2,6 Milliarden Euro in Hochwasserschutzmaßnahmen sowie in die Beseitigung von Hochwasserschäden investiert. Schon das Junihochwasser im Jahr 2013 habe gezeigt, dass dieser eingeschlagene Weg richtig war, sagt Umweltminister Thomas Schmidt. "Obwohl beide Hochwasser durchaus vergleichbar waren, sind im Jahr 2013 deutlich geringere Schäden eingetreten", so der Minister, der sich diese Woche entlang der Zwickauer Mulde an mehreren Stationen über Maßnahmen informierte.

So besuchte Schmidt mit der Flussmeisterei Chemnitz auch eines von vier Lagern der sogenannten "Landesreserve Hochwasserschutz". Kommunen können dort bei Hochwasser Mittel zur Gefahrenabwehr abfordern. Allein in Chemnitz werden mehr als 3,6 Millionen Sandsäcke, 50.000 Quadratmeter Folie und Vlies zur Abdichtung von Deichen sowie mobile Hochwassersperren vorgehalten. Darüber hinaus wurden sachsenweit 66.000 Hektar Fläche als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen, in denen unter anderem Einschränkungen für die Bebauung gelten.

Pegelstände können bis zu 60 Stunden im Voraus abgeschätzt werden

Mit dem neuen Wassergesetz aus dem Jahr 2013 wurde zudem die Kategorie "überschwemmungsgefährdetes Gebiet" eingeführt. Sie betrifft unter anderem Flächen, die unmittelbar hinter Hochwasserschutzanlagen liegen. Dort darf nur mit entsprechender Vorsorge gebaut werden. Auch das Hochwasserwarn- und Meldesystem wurde deutlich verbessert, zuletzt im Jahr 2015. Bis zu 60 Stunden im Voraus können damit Pegelstände abgeschätzt und Warnungen an mehr als 500 Empfänger verschickt werden.

Bis 2023 seien zusätzliche Investitionen in Höhe von 630 Millionen Euro vorgesehen. Unter den Vorhaben sind auch Projekte aus dem Nationalen Hochwasserschutzprogramm, mit denen überregional wirksame Hochwasserrückhalteräume geschaffen werden sollen. "Trotz aller Maßnahmen, die der Freistaat ergriffen hat - einen absoluten Schutz vor jeder denkbaren Naturkatastrophe kann es nicht geben", so Schmidt. Deshalb sei Eigenvorsorge erforderlich.