20 Jahre Heavy24: „Wenn sich Sonntagmittag alle in den Armen liegen – dafür machen wir das“

Zwischen Schlamm, Schlafmangel und Zieleinlauf entstehen seit 20 Jahren Erinnerungen, die bleiben.

Chemnitz

24 Stunden auf dem Mountainbike. Kaum Schlaf. Schlamm, Schmerzen, Adrenalin. Und am Ende Emotionen pur. Das Heavy24 in Chemnitz ist über die Jahre zu weit mehr als einem Rennen gewachsen– es ist für viele ein Ausnahmezustand, ein Wochenende voller Leidenschaft und Gemeinschaft. Andrè Gläß und Alexander Liebers sprechen über Gänsehautmomente, die schwierigsten Jahre der Veranstaltung und warum sie selbst nach 20 Jahren noch nicht genug haben. Grundlage:

„Das Gefühl nach dem Zieleinlauf ist unbeschreiblich“

Für André Gläß und Alexander Liebers gibt es einen Moment, der jedes Jahr alles entschädigt.

„Wenn sich die Teilnehmer Sonntag 12 Uhr nach dem Zieleinlauf in den Armen liegen – das ist einfach unbeschreiblich.“
Andrè GläßVeranstalter

24 Stunden lang kämpfen die Fahrer Runde um Runde. Manche allein, manche im Team. Sie fahren durch die Nacht, pushen sich an ihre Grenzen und geben trotzdem nicht auf. Genau diese Mischung aus Extremsport und emotionalem Miteinander macht Heavy24 seit zwei Jahrzehnten so besonders.

Vom jugendlichen Aktionismus zum größten MTB-Event Deutschlands

Dass Heavy24 einmal so groß werden würde, hätte am Anfang niemand gedacht.

„Wir sind damals offen und ehrlich gesagt auch etwas blauäugig an die Sache rangegangen.“

Die Idee kam ursprünglich durch Geschäftspartner, die fragten, ob man ein 24-Stunden-Rennen in Chemnitz organisieren könne. Gemeinsam mit Frank Buschbeck vom Naturbad Niederwiesa entstand daraus ein Projekt, das zunächst einfach nur verrückt klang.

Heute sei das Heavy24 zum größten Mountainbike-Event Deutschlands gewachsen.

„Niemand wollte jemals aufgeben“

Besonders hart traf die Veranstalter die Corona-Pandemie. Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als fast 1200 Starter erreicht waren, stand plötzlich alles still.

„Mit einmal war alles auf null gesetzt.“

Viele Veranstalter hätten diese Zeit nicht überstanden. Heavy24 schaffte es nur dank treuer Sponsoren, Teilnehmer und Helfer. Doch gerade diese schwierige Phase brachte auch neue Ideen hervor.

Vom Rennen zum Erlebniswochenende

Aus dem reinen Rennen wurde Stück für Stück ein ganzes Erlebniswochenende für Familien, Fahrer und Fans. Mittlerweile können Teilnehmer von Donnerstag bis Montag vor Ort bleiben und an verschiedenen Side-Events teilnehmen.

Heavy24 lebt von Herzblut

Was das Rennen so konstant macht? Für Andrè und Alexander ist die Antwort klar: Menschen, die das Event leben.

Viele regionale Partner begleiten Heavy24 seit 20 Jahren. Dazu kommt ein Team, das inzwischen deutlich größer geworden ist. Aus einem kleinen Zwei-Mann-Projekt wurde eine feste Organisation mit Aufbaucrew und rund 50 Helfern am Rennwochenende.

„Unser gesamtes Team lebt und liebt diese Veranstaltung.“

Früher Flyer und Plakate – heute Social Media

Auch die Herausforderungen haben sich verändert. Anfangs ging es vor allem darum, genügend Platz für die wachsende Teilnehmerzahl zu schaffen. Heute spielt die Vermarktung eine zentrale Rolle.

„Früher waren es Flyer und Plakate. Heute ist es eine komplette Social-Media-Strategie.“

Trotzdem ist Heavy24 dem eigenen Kern treu geblieben: Mountainbike-Sport mit echter Leidenschaft.

Was ist das Heavy 24?

Heavy24 ist eine „Ultra-Veranstaltung“, sagen die Organisatoren. Fahrer sitzen 24 Stunden im Sattel und kämpfen um jede Runde. Gleichzeitig ist das Event aber auch für Zuschauer gedacht – zum Mitfiebern, Anfeuern und Staunen.

Gerade diese Atmosphäre sei es, die neue Teilnehmer jedes Jahr sofort packe.

Der Blick aufs Jubiläum

2026 feiert das Heavy24 - vom 18.-21. Juni - sein 20-jähriges Bestehen. Für Andrè und Alexander ist das ein emotionaler Meilenstein.

„Wir sind unheimlich stolz auf das gesamte Team.“

Und die Reise soll noch lange nicht vorbei sein.

„Wir wünschen uns weitere 20 Jahre – und viele glückliche Teilnehmer.“

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