• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen

20 Verletzte am Montag - Polizei zieht Bilanz

Demonstrationen Knapp 600 Polizisten im Einsatz

Man hatte mit 1.000 Teilnehmern gerechnet, tatsächlich waren am Ende etwa 6.000 Personen gekommen. Dies teilt die Polizei am Dienstag mit.

Nachdem am Sonntag ein 35-Jähriger am Rande des Chemnitzer Stadtfests tödlich verletzt worden war und es am Sonntagnachmittag zu einer ersten Demonstration kam, folgten am Montag zwei Großdemonstrationen in der Chemnitzer Innenstadt. Die "Bürgerbewegung Pro Chemnitz" hatte zur Versammlung vor dem Karl-Marx-Monument auf der Brückenstraße aufgerufen.

Zur Gegendemonstration im Stadthallenpark hatte die Partei "Die Linke" gemeinsam mit dem "Bündnis Chemnitz Nazifrei" aufgerufen. Hier waren anstatt von geschätzten 500 Leuten 1.500 Teilnehmer mobilisiert worden.

591 Polizisten wren im Einsatz

"Insgesamt 591 Einsatzkräfte der Polizei waren über die gesamte Zeitdauer präsent, um die Ziele der Deeskalation sowie der strikten Trennung beider Lager umzusetzen", teilt die Polizeidirektion Chemnitz mit. Sie wurden von Beamten der Bundespolizei Sachsen unterstützt.

Man hatte versucht beide Protestbewegungen strikt voneinander zu trennen. Es wurden 18 Versammlungsteilnehmer und zwei Polizisten verletzt. Außerdem wurden 43 Straftaten registriert: unter anderem wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs (2), des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (10), Körperverletzungsdelikte (11) und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz (3).

Hooligans und Rechte

Die "Bürgerbewegung Pro Chemnitz" hatte bundesweit am Sonntagabend dazu aufgerufen, nach Chemnitz zu kommen und erlangte regen Zulauf aus den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Thüringen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. "Unter ihnen waren einige, die dem rechten Spektrum und der gewaltbereiten Fußballszene zuzuordnen sind", so die Polizei Chemnitz.

Als gegen 18 Uhr Teilnehmer des linken Spektrums im Bereich des Karl-Marx-Monuments versuchten, ein Transparent der Versammlung "Pro Chemnitz" zu stehlen, drohte die Situation zu eskalieren. Die Polizei ging dazwischen. Kurz darauf bemerkten die Beamten, dass aus der Versammlung vor dem Karl-Marx-Denkmal verfassungsfeindliche Parolen gerufen und der Hitlergruß gezeigt wurde.

Wasserwerfer gegen Pyrotechnik

Als es gegen 19.40 Uhr zum Einsatz von Pyrotechnik und zum Wurf von Flaschen gegen die jeweils andere Demo kam und Teilnehmer von "Pro Chemnitz" auf die Gegenseite gelangt waren, setzte die Polizei zwei Wasserwerfer ein. "Pro Chemnitz" setzte seinen Aufzug infolgedessen in Richtung Theaterstraße, Bahnhofstraße und zurück zum Karl-Marx-Monument fort.

"An der Spitze wurden vermummte Personen festgestellt, weswegen Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz aufgenommen wurden. Ebenso begannen sich circa 200 Teilnehmer der Versammlung "Die Linke" im Stadthallenpark zu vermummen. Auch hier wurden entsprechende Anzeigen gefertigt."

Ein Einbruch in einem Haus auf der Theaterstraße sowie das Blenden von einem Polizeihubschrauber von zwei Seiten mithilfe von Laserpointern wurden zur Anzeige gebracht.

Gegen 21.10 Uhr enden die Versammlungen

Gegen 21.10 Uhr fanden beide Versammlungen ihr Ende und die Teilnehmer begaben sich auf die Heimreise, ein Großteil in Richtung Hauptbahnhof.

Auch hier versuchten sich die Lager gegenseitig anzugreifen. Etwa 200 vermummte Personen bewaffneten sich nach Angaben der Polizei gegen 21.30 Uhr mit Stöcken, Stangen und Pyrotechnik. Es kam erneut zu Übergriffen auf abreisende Teilnehmer.

Die Polizei geht von insgesamt 7.500 Teilnehmern aus.



Prospekte