21 Steine für weltweit größtes Mahnmal

Gedenken Weitere Stolpersteine in Chemnitzer Gehwege eingelassen

Der Textilwarenhändler Jacob Degen, der Fabrikantensohn Fritz Bernstein, der Arzt Ernst Martin Müller, der Uhrmacher Lieber Löwi, die Kaufmannstochter Alice Glaser, Günter Heinz Neubauer und Adele Prager sowie die Familien Frisch und Nussbaum - das sind nur einige der ehemaligen Chemnitzer Namen, die seit dieser Woche die Blicke von Passanten auf sich ziehen.

Eingraviert sind sie in sogenannte Stolpersteine, die - in Chemnitzer Gehwege eingelassen - bereits in vielen Straßenzügen an die Menschen erinnern, die den Gräueltaten von Nationalsozialisten ausgesetzt waren. Die quadratischen, pflastersteingroßen Messingtafeln sind mit von Hand eingeschlagenen Lettern beschriftet und werden von einem angegossenen Betonwürfel getragen. Die Gedenktafeln werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer eingelassen.

216 Stolpersteine in Chemnitz

Die Initiative wurde 1992 vom Kölner Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen und hat mittlerweile Stolpersteine in 23 europäischen Ländern verlegt. Die mehr als 70.000 Gedenktafeln sind somit das größte dezentrale Mahnmal der Welt. Insgesamt 21 Stolpersteine kamen Donnerstag zu den 195 in Chemnitz bereits vorhandenen hinzu. Zur Auftaktveranstaltung an der Geibelstraße 40 war auch Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig anwesend. Die Patenschaft für den ersten Stolperstein, der an Gertrud Stern erinnert, hat die Volkshochschule Chemnitz übernommen. Weitere Gedenksteine wurden unter anderem an der Yorckstraße, der Wiesenstraße, der Clara-Zetkin-Straße, der Karl-Liebknecht-Straße, der Barbarossastraße und an der Bahnhofstraße verlegt.