3.500 Tonnen Lehm statt Parkett

Motorsport 10. Internationale Einsiedler Supercross in Chemnitz

Die Chemnitz Arena im Wandel der Zeit: vom Messe- und Kongresszentrum in ein Super-Moto-Cross-Stadion anlässlich des 10. Internationalen Einsiedler Supercross - kurzfristig in zwei Tagen.

Der zur Verfügung stehende Hallenboden mit einer Grundfläche von rund 2.500 Quadratmetern wird zunächst mit einer Schutzschicht aus Stroh versehen. Das schont den Boden und erleichtert die spätere Reinigung. Parallel dazu wird das Erdreich angeliefert. Circa 3.500 Tonnen Erde/Lehm müssen zur Verfügung stehen. Diese Masse wird mit rund 180 Lkw-Ladungen in die Halle gefahren. Dabei ist die Qualität der Erde sehr entscheidend. Sie darf wegen der Staubbildung nicht zu trocken, umgekehrt aber auch nicht zu nass sein. Wichtig ist eine hohe Konsistenz, sprich ein hoher Lehmanteil. Mit schwerer Bautechnik wird die Erde gemäß des Streckenlayouts in der Halle verteilt und die Sprung-Hügel werden geformt. Bei der Veranstaltung selbst muss die Strecke dann immer wieder durch die Streckenposten vom MSC Lugau unter Stabführung des Stollberger Rennleiters Christoph Kunze bearbeitet und nachgebessert werden. Spezialmaschinen stehen ebenfalls zum Einsatz bereit. "Das ist selbstverständlich, wenn Dutzende Stollenreifen den Kurs regelrecht bearbeiten, dann geht das ja nicht spurlos an der Strecke vorüber", so der Rennleiter, der schon anlässlich der Six Days seine großen Erfahrungen einbringen konnte. Aber: Um so eine künstliche Strecke mit Naturboden herzurichten, vertraut man in Chemnitz auf die Erfahrungen des Belgiers Freddy Verherstraeten als Streckendesigner, der bis vor wenigen Jahren selbst aktiver WM-Motocrosser war.