500.000 Euro für den Ernstfall: Das kann das neue Spezialfahrzeug in Chemnitz

Nach über 30 Jahren wird die Technik zur Abwehr chemischer und biologischer Gefahren modernisiert. Rund 500.000 Euro investierte die Stadt in den neuen Lebensretter auf Rädern.

Chemnitz/OT Siegmar

Ein wichtiger Meilenstein für die Sicherheit in der Stadt: Am Donnerstagvormittag übergab Bürgermeister Knut Kunze offiziell den neuen Gerätewagen Gefahrgut (GW-G) an die Berufsfeuerwehr. In der Feuer- und Rettungswache 3 nahm Feuerwehrchef René Kraus den symbolischen Schlüssel für das rund 500.000 Euro teure Spezialfahrzeug entgegen.

Ende einer langen Planungsphase

Der Neubau ersetzt einen Abrollcontainer aus dem Jahr 1993 und markiert das Ende einer langjährigen Planungs- und Beschaffungsphase.

Spezialausrüstung für komplexe Gefahrenlagen

Das neue Fahrzeug ist ein hochspezialisiertes Werkzeug zur Bekämpfung sogenannter CBRN-Gefahren – also chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Bedrohungen. Die Ausrüstung ist umfangreich: Neben Chemikalienschutzanzügen (CSA) und speziellen Atemschutzgeräten befinden sich Messgeräte zur Identifikation unbekannter Stoffe sowie Werkzeuge zum Abdichten von Lecks an Bord. Auch Material zur Dekontamination und Ölsaugsperren gehören zur Beladung, um Umweltschäden effektiv zu begrenzen.

Schnelle Hilfe durch Rollcontainer-System

Eine technische Besonderheit des neuen Wagens ist das Logistikkonzept: Die Einsatzgeräte sind thematisch gegliedert auf Rollcontainern gelagert. Diese können über das Heck schnell entladen werden, was im Ernstfall eine zielgerichtete und zeitsparende Arbeitsweise ermöglicht. Besetzt wird der GW-G im Einsatzfall mit zwei spezialisierten Kräften der Berufsfeuerwehr. Unterstützt werden sie dabei von sechs Freiwilligen Feuerwehren der Stadt, die im Gefahrguteinsatz fest definierte Sonderaufgaben wie die Dekontamination übernehmen.

Neuer Standort und intensive Ausbildung

Mit der Neubeschaffung geht auch eine strategische Veränderung einher: Der neue Gerätewagen ist nun in der Feuer- und Rettungswache 3 stationiert, statt wie bisher in der Wache 2. Seit der Auslieferung im Januar letzten Jahres wurden die Einsatzkräfte bereits intensiv an der neuen Technik geschult. Das Fahrzeug ist eng an das offizielle Konzept des Freistaates Sachsen angelehnt und stellt sicher, dass die Feuerwehr für die Herausforderungen moderner Gefahrenabwehr bestens gerüstet ist.

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