Abschiedsvorstellung in der Markuskirche

Ballett Drei Abende lang zeigt Reiner Feistel "Maria Stuart"

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Bevor Reiner Feistel nach Ulm wechselt, legt er mit "Maria Stuart" seine letzte Chemnitzer Inszenierung vor. Foto: Theater/Dieter Wuschanski  Foto: Theater/Dieter Wuschanski

Mit einer Inszenierung der Geschichte der Maria Stuart geht am Wochenende das fünf Jahre währende künstlerische Schaffen von Reiner Feistel am Ballett der Theater Chemnitz zu Ende.

Von der Oper in die Markuskirche

Für seinen Abschied hat sich Feistel, der 2013 als Künstlerischer Leiter und Chefchoreograph nach Chemnitz gekommen war und zuletzt noch als Hauschoreograf wirkte, einen besonderen Ort als Schauplatz ausgesucht: Die Kompanie verlässt die Bühne des Opernhauses und agiert stattdessen in der Markuskirche auf dem Sonnenberg - ein historisierendes Ambiente für den Kampf um den englischen Thron:

Maria Stuart, die schottische Königin, flieht aus Schottland zur englischen Königin Elisabeth, weil sie nach dem Tod ihres Mannes des Mordes und Hochverrats angeklagt wird. Doch statt Maria Schutz zu bieten, vermutet Elisabeth einen Angriff auf ihren eigenen Thron - und führt der Rivalin den Prozess, der in der Hinrichtung der Schottin gipfelt.

Vom wortgewaltigen Drama zum stillen Ballettstück

Was bei Schiller ein wortgewaltiges Drama ist, will Feistel mit Isabel Dohmhardt (Maria Stuart) und Alanna Sasika Pfeiffer (Elisabeth) in den Hauptrollen zu einem Ballettabend zur Musik von John Dowland, Max Richter, Bernd Sikora und anderen verwandeln. Das Stück wird am Freitag, Samstag und Sonntag jeweils ab 19.30 Uhr gespielt - in die kommende Saison wird es nicht übernommen.

Wer Reiner Feistels letzte Inszenierung sehen will, muss also jetzt die Gelegenheit ergreifen. Danach sind seine Arbeiten in Ulm zu erleben - ans dortige Theater wechselt Feistel in der kommenden Saison als Ballettdirektor.