Abwehrmann des Chemnitzer FC sucht für seine Wohnung ein ganz spezielles Teil

Neuzugang Ken Tchouangue hat sich als Stammkraft etabliert

Chemnitz

Die Aufgaben eines Außenverteidigers sind in erster Linie damit verbunden. die eigene Defensive zu stärken. Doch Ken Tchouangue hat aus seiner Stellenbeschreibung herausgelesen, sich durchaus auch an Offensivaktionen beteiligen zu dürfen.

Faires Ergebnis, Luft nach oben

Im jüngsten Auswärtsspiel beim Halleschen FC (Endstand 0:0) tauchte der Kicker des Chemnitzer FC zum Beispiel kurz vor der Halbzeit vor dem gegnerischen Strafraum auf, zog ab und traf mit seinem satten Schuss den Pfosten des HFC- Kastens. Nach diesem ersten Unentschieden der Saison bildet der CFC gemeinsam mit den punktgleichen Teams aus Erfurt und Aue (je 10) die Tabellenspitze.

„Am Ende war es ein gerechtes Ergebnis. Ich finde trotzdem, dass wir die eine oder andere Chance mehr hatten als der HFC. Halle hat es aber ebenfalls sehr gut gemacht“, sagt der in Düsseldorf geborene Fußballer, dessen familiäre Wurzeln im Kamerun liegen. Er sieht in der aktuellen Mannschaft der Himmelblauen viel Potential stecken.

„Wir haben die passenden Spieler in unserem Kader und gehen mit dem Anspruch in die Spiele, sie zu gewinnen. Ich bin auch davon überzeugt, dass wir die Qualität dafür haben. Deshalb ärgere ich mich sogar ein bisschen über das Unentschieden in Halle. Trotzdem können wir mit dem Punkt leben und mit unserem Saisonstart zufrieden sein“, meint der Spieler, der bereits seit seinem vierten Lebensjahr dem Fußball hinter jagt.

Chemnitz einmal genau unter die Lupe genommen

Für Tchouangue, der unter anderem bei Fortuna Düsseldorf ausgebildet wurde und zuletzt beim Bremer SV in der Regionalliga Nord auflief, stellt der Chemnitzer FC die erste Station im Osten und in der Regionalliga Nordost dar. Bereits vor dem ersten Training hatte sich der 21-Jährige Zeit genommen, sein neues Umfeld kennen zu lernen. „Schon vor meiner Unterschrift war ich in Chemnitz und schaute mir die Stadt und das Umfeld genauer an. Ich habe mir sogar einen Stadtführer genommen und bin mit ihm durch Chemnitz gelaufen. Mir war es wichtig, ein Gefühl dafür zu bekommen, wo ich künftig leben werde“, meint der Fußballer, der mittlerweile im Stadtgebiet eine Wohnung bezogen hat.

Das Karl-Marx-Monument habe ihm besonders beeindruckt. „Wir hatten das Thema damals in der Schule. Wenn man dann plötzlich selbst davorsteht und das Monument live sieht, ist das schon beeindruckend“, sagt Ken Tchouangue. Auch die Integration in das Team sei geräuschlos verlaufen.

„Vorher kannte ich eigentlich nur Justin Gröger aus Bremen, aber mittlerweile verstehe ich mich mit allen sehr gut. Privat unternehme ich zum Beispiel einiges mit Sam Biven, Maximilian Fesser und Aaron Mensah“, sagt die CFC-Stammkraft.

Klavierspieler und Messi-Fan

Zu Hause hängt bei ihm ein Poster von Messi, obwohl sein großes Vorbild Bernardo Silva ist. „Mein Lieblingsverein ist der FC Barcelona, vor allem wegen Messi. Ich war aber auch Manchester-City-Fan, weil Bernardo Silva dort gespielt hat. Jetzt habe ich ein kleines Dilemma, weil er zu Real gewechselt ist. Dann kann ich eigentlich für keinen mehr sein“, lacht der Außenverteidiger.

Bei aller Begeisterung für den Fußball hat der Chemnitzer Neuzugang auch die Musik für sich entdeckt. Früher stand er sehr gerne an der Tischtennisplatte. Außerdem spielt der Defensivakteur seit seinem 8. Lebensjahr Klavier. Für seine Wohnung in Chemnitz müsse er sich jetzt noch ein Keyboard besorgen.

„Früher hatte ich Unterricht, inzwischen bringe ich mir vieles selbst bei. Wenn mir ein Lied gefällt, schaue ich mir beispielsweise auf YouTube an, wie es gespielt wird, und versuche es anschließend selbst“, erklärt der Autodidakt. Ab Mittwoch ist er aber mit seinen Teamkollegen vor allem wieder auf dem Trainingsplatz gefordert.


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