Aktuelles zur Kulturhauptstadt: Ehrenamt, Kunst und Stadtgestaltung in Chemnitz 2025

Freiwillige, kreative Projekte und neue Grünflächen

Chemnitz

Das Freiwilligenprogramm der Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 hat jetzt einen Meilenstein erreicht: Bereits 1000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich für das Kulturhauptstadtjahr. Als Botschafter von Chemnitz heißen sie Gäste willkommen, helfen bei Veranstaltungen und unterstützen hinter den Kulissen.

Insgesamt haben die Volunteers seit dem Start des Programms 2023 bei über 3100 Einsätzen bereits über 13.000 Einsatzstunden geleistet - von Aufbauarbeiten über Infostände bis hin zu Einlassdiensten. Der Altersschnitt liegt bei 43 Jahren und damit vier Jahre unter dem Durchschnittsalter der Chemnitzer Stadtbevölkerung. Es engagieren sich zu 66 Prozent Frauen, zu 31 Prozent Männer und zu 3 Prozent andere Geschlechter. Die Mehrheit der Freiwilligen kommt aus Chemnitz selbst. "Das Engagement der Volunteers ist wirklich unglaublich. Dafür sind wir sehr dankbar. Alle ziehen an einem Strang und haben Spaß dabei. Von Alter, Beruf, Ausbildung, Herkunft und Interessen sind unsere Freiwilligen so breit aufgestellt wie die Chemnitzer Stadtgesellschaft. Und damit sind sie auf fast jede Situation vorbereitet. Der Veranstaltungssommer kann kommen", berichtet Dirk Zinner, Leiter des Freiwilligenprogramms.

Einige Volunteers berichten in der Freiwilligenredaktion von ihren Einsätzen und Erlebnissen. In ihren Artikeln gewähren sie Blicke hinter die Kulissen: So erzählen sie von Begegnungen während ihres Einsatzes auf dem Chemnitzer Weihnachtsmarkt, wie sie für Chemnitz 2025 in Sprachtandems Englisch lernen oder von ihren Erlebnissen in den ersten Tagen nach der Eröffnung. Die Beiträge sind auf chemnitz2025.de veröffentlicht. Ab April bietet eine Gruppe Chemnitz-2025-Volunteers Free Walking Tours (Stadtrundgänge) an, um Gästen sehr persönliche und individuelle Einblicke in ihre Kulturhauptstadt zu bieten.

Arbeit aus weiblicher Perspektive

Was muss ich alles tun, damit ich arbeiten kann? Was ist der Preis dafür? Diese Fragen stellt die freie Theaterpädagogin, Regisseurin und Performerin Gabi Reinhardt in einem neuen Kulturhauptstadtprojekt an Frauen. Unter dem Titel "Der Bus ist abgefahren" soll eine inszenierte Stadtrundfahrt organisiert werden. Im Mittelpunkt steht die ungesehene Arbeit. All das Drumherum, durch das bezahlte Arbeit überhaupt erst möglich wird. "Wir wollen Arbeit aus rein weiblicher Perspektive zeigen", so Reinhardt. Am Busbahnhof steigen die Frauen in einen alten Ikarus-Bus. Begleitet von einer Reiseleitung geht es durch Chemnitz zu verschiedenen "Arbeitsplätzen". An jedem dieser besonderen Orte wird von Frauen, die in Chemnitz und der Region leben, ein eigenes kleines Theaterstück aufgeführt. Mal klassisch, mal musikalisch, mal tänzerisch.

In den nächsten Monaten soll zusammen recherchiert, ausgetauscht, geschrieben, geprobt, gesungen und getanzt werden. Am Ende stehen Inszenierungen, in denen die Frauen ihre Stimme erheben und ihre Sicht auf die Dinge präsentieren. Gabi Reinhardt lädt interessierte Frauen aus Chemnitz und Umgebung dazu ein, am Projekt mitzumachen. Beteiligen können sich alle Frauen, die mindestens 16 Jahre alt sind. Sowohl der gemeinsame Prozess als auch die Aufführungen sollen so zugänglich wie möglich gestaltet werden. Das nächste Warm-Up-Treffen ist am 27. März, einmal 16 und einmal 18 Uhr, im Weltecho auf der Annaberger Straße 24.

Für alle Menschen soll eine Teilhabe an den Aufführungen ermöglicht werden. Es soll einige Aufführungen geben, die in Deutsche Gebärdensprache übersetzt werden. Einige Aufführungen werden mit Live-Audiodeskription angeboten. Außerdem wird es Aufführungen geben, die für englischsprachige Menschen geeignet sind. Die Termine dafür werden im Mai bekanntgegeben.

Inszenierung des Bahnviaduktes

n dieser Woche haben die Garten- und Landschaftsbauarbeiten für die Herstellung des westlichen Teilareals an der Interventionsfläche Bahnviadukt begonnen. Die Wegeverbindung in den Stadtpark wird während der Bauzeit unterbrochen. Eine Umleitung erfolgt über den bereits hergestellten asphaltierten Weg zur Beckerstraße.

Die gesamte Fläche soll begrünt und durch verschiedene Hecken- sowie Baumpflanzungen aufgewertet werden. Die asphaltierten neuen Wegeflächen sollen optimale Nutzungseigenschaften für Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen bieten. Für das Abstellen von Fahrrädern werden mehrere Fahrradanlehnbügel aufgestellt. Hergestellt werden der Stadtparkeingang sowie die angrenzenden Freiflächen. Dort wird unter anderem eine Aussichtsfläche errichtet, von der aus sich ein spektakulärer Blick auf das Bahnviadukt bieten soll. Die Inszenierung des Bahnviaduktes soll mit Sitzelementen, die aus vormaligen Brückenteilen umgearbeitet wurden, sowie einer stilisierten Lokomotive komplettiert werden.

Die städtebauliche Sichtbarmachung des Bahnviadukts an der Reichsstraße durch die Gestaltung der Freianlagen im Umfeld ist eine zentrale Interventionsfläche der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025.

Mit dieser Maßnahme wird auch die Lücke zwischen Uferpark und Stadtpark geschlossen und eine zusammenhängende Grünverbindung zwischen Erzgebirgsvorland und dem Chemnitzer Stadtzentrum geschaffen. Die Baukosten belaufen sich auf etwa 315.000 Euro.

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Stadtentwicklungsprogramms "Interventionsflächen" der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 finanziert.

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