Alltag zwischen "Liebe" und "Mauer"

Universität Ausstellung im Zentralen Hörsaalgebäude analysiert die "heile Welt" in der DDR

Am Donnerstag eröffnete die dokumentarische Ausstellung "Die 'heile' Welt der Diktatur" im Zentralen Hörsaalgebäude der TU. Fotograf Harald Schmitt und Historiker Stefan Wolle gehen darin der Frage nach, wie sich die "heile Welt" des DDR-Alltags konstruierte. Die Wanderausstellung der Stiftung Aufarbeitung wurde von Studenten der Europastudien nach Chemnitz geholt. Sie organisierten auch das Rahmenprogramm zum gefragten Thema. Das Interesse zur Vernissage war durchaus groß: "Der Seminarraum, den wir für die Veranstaltung vorgesehen hatten, platzte aus allen Nähten", so Jörg Seidel, der als Lehrbeauftragter der Europastudien Seminare zur DDR-Geschichte hält. Knapp 100 Gäste waren da und beteiligten sich nach Vorträgen auch rege an der Podiumsdiskussion. Neben Studenten der Nachwendegeneration war vor allem die Generation 50 plus anwesend: "Dementsprechend spannend war auch die Diskussion", so Seidel. Auch die Exponate selbst wissen davon zu berichten: Was für die einen Erinnerung ist, ist für die anderen teils kaum fassbar. Unter dem Stichwort "Glaube" erzählt die Ausstellung zum Beispiel von einem Internetnutzer, der die SED-Hymne, wonach die Partei immer Recht habe, für eine Satire hielt. Sie erzählt aber gleichsam von Ursprung und Motivation des Liedes. Von "Liebe" bis "Mauer" reichen die Themen der Text- und Bildtafeln, die noch bis zum 8. November im Foyer des Hörsaalgebäudes besichtigt werden können. Dann folgt eine Finissage, ebenfalls mit einer Diskussion mit Jan Kummer von der AG Geige und Thomas Ranft von der Künstlergruppe Clara Mosch.