Alte Fabrik wird Mekka für Kreative

Kunstfestival Ibug kommt im Sommer erstmals nach Chemnitz

alte-fabrik-wird-mekka-fuer-kreative
Die Ibug verwandelt Industriebrachen in Gesamtkunstwerke. Wie hier in Limbach-Oberfrohna im vergangenen Jahr wird im Sommer die alte Fabrik auf der Lerchenstraße von Kreativen aus aller Welt gestaltet. Foto: Steffi Hofmann

Im Moment ist es schwer vorstellbar, dass in der trostlos anmutenden, seit 20 Jahren leer stehenden Fabrik wieder etwas los sein soll. Doch im Sommer wird es dort vor Leben nur so sprudeln: Die Ibug, das Festival für urbane Kunst und Kultur, hat sich für seine zwölfte Auflage die alte Fleischmaschinenfabrik auf der Lerchenstraße heraus gesucht. Im Sommer werden dort die verfallenen Hallen der Spemafa, des ehemaligen VEB Spezialmaschinenfabrik, in ein buntes Gesamtkunstwerk verwandelt. "Es ist zeitgenössische Kunst schlechthin, was wir hier machen", sagt Ibug-Pressesprecher Peter Thormeyer.

In und um die Fabrik werden mehr als 100 Künstler aus der ganzen Welt ab Mitte August werkeln. Graffiti, großflächige Malereien, Installationen und Performances hauchen dann der Brache für kurze Zeit neues Leben ein. Das Ergebnis der kreativen Woche ist an zwei Festivalwochenenden - vom 25. bis 27. August und vom 1. bis 3. September - zu sehen und zu erleben. Dazu gibt es jeweils ein buntes Programm mit Führungen und Filmen, Diskussionen und Künstlergesprächen, einem Kunstmarkt und Partys.

Die Anfänge der Ibug liegen 2006 in Meerane und gehen Hand in Hand mit der Suche des Künstlers "Tasso" nach neuen Entfaltungsmöglichkeiten. Aus der ersten Industriebrachenumgestaltung hat sich seitdem ein weltweit bekanntes Festival für urbane Kunst entwickelt. Doch warum dieses Jahr Chemnitz? Weil hier ein noch größeres Publikum erreicht werden könne und vielleicht auch Sponsoren vor Ort, so die Veranstalter.

Die Ibug ist übrigens nicht nur ein Ort, an dem junge Leute sich an urbaner Kunst erfreuen. Oft ermöglicht sie älteren Bürgern eine Zeitreise - in die berufliche Vergangenheit. Nicht selten kommen ehemalige Fabrikarbeiter und schauen sich ihre früheren Arbeitsplätze an.