Alte Halle soll Schmuckstück werden

Investition Sechs Millionen Euro sind nötig für Neunutzung der alten Hartmannfabrik

Zu einem "echten Schmuckstück mitten in Chemnitz" will Unternehmer Udo Pfeifer die alte Hartmannfabrik machen. Seit vielen Jahren steht das Gebäude, das in seiner ursprünglichen Form zwischen 1860 und 1870 errichtet wurde, leer. Für sein Vorhaben muss Pfeifer tief in die Tasche greifen: insgesamt sechs Millionen Euro sind vom Erwerb des Hauses über Planungen bis hin zum Endzustand veranschlagt. Unterstützung hat er nun vom Freistaat bekommen. Staatsminister Thomas Schmidt überreichte Udo Pfeifer am Samstag einen Fördermittelbescheid zur Sanierung des Gebäudes in Höhe von 970.000 Euro. "Die Halle ist ein Symbol für die bedeutende Industriegeschichte von Chemnitz", sagte Schmidt bei der Übergabe.

Nun ist es an Pfeifer, das Geld sinnvoll zu investieren. Die Herausforderung sei es, nach der Sanierung einen wirtschaftlichen Nutzen zu erzielen. "Gewinn werde ich mit der Halle nicht machen, aber darum geht es mir auch nicht", so der Eigentümer. Beim derzeitigen Plan für die Wiedernutzung, die Mitte 2022 starten könnte, spielt die Kulturhauptstadtbewerbung Chemnitz' eine Rolle. Konkretes könne derzeit noch nicht verraten werden, so Kulturbürgermeister Ralph Burghart. Schließlich laufe die Bewerbung ja noch. Einen Ausblick gab er allerdings: "Unter anderem könnte die Fabrik später als Veranstaltungsort genutzt werden." Das Haus habe einen festen Platz im Bewerbungsbuch, so Burghart weiter.

Und wenn Chemntiz den Titel nicht bekommt? Dann soll die Fläche für Büros vermarktet werden. "Eine Open-Space-Verwaltung im Industriestil, zum Beispiel für die Start-Up-Szene, wäre denkbar", erläutert Udo Pfeifer. Sein persönlicher Traum wäre die Ansiedlung eines Unternehmen, das im Schienenverkehr tätig ist - um den Kreis zu Richard Hartmann zu schließen. In jedem Fall werde es keine Gastronomie- oder Konzertarena geben, so Pfeifer. Er wolle in keine Konkurrenz zu den bereits bestehenden Gaststätten und Kulturhäusern der Stadt treten.

Saniert werden sollen die Fassade und die Fenster der Hartmannfabrik. Eine Besonderheit des Baus stellt das Sheddach dar - es bewirkt eine intensive und diffus verteilte Beleuchtung, die für viele Arbeitsprozesse günstig war und ist. Das Dach soll ebenso saniert werden.