Alter Asphalt neu aufgetragen

Umwelt Leitfaden für mehr Wiederverwendung in Chemnitz vorgestellt

Gebrauchter Asphalt landet zunehmend als Abfall auf Deponien. Das Landesumweltamt hat in einer Studie festgestellt, dass sich die entsorgte Menge an Ausbauasphalt in Sachsen zwischen den Jahren 2013 (rund 8.000 Tonnen) und 2016 (rund 93.000 Tonnen) mehr als verzehnfacht hat. Vor diesem Hintergrund stellten Umweltminister Thomas Schmidt und Dieter Pfortner, Präsident der Industrie- und Handelskammer Chemnitz, am Mittwoch an einer Mittelbacher Baustelle den Leitfaden zur "Wiederverwendung und Verwertung von Ausbauasphalt" vor.

Eine neue Handlungsanleitung im Straßenbau

Asphaltrecycling ist grundsätzlich kein neues Thema. Allerdings haben sich die Rahmenbedingungen im Straßenbau verändert. Bei den heute dominierenden oberflächennahen Erhaltungsmaßnahmen im Straßenbau kommt nur noch ein kleiner Teil des anfallenden Materials wieder zum Einsatz. Eine zunehmend komplexe Gesetzgebung verursacht Unsicherheiten für Einbau und Lagerung von Ausbauasphalt. Der vorgestellte Leitfaden soll eine Handlungsanleitung für Unternehmen und Behörden sein, den Wertstoff Ausbauasphalt künftig zu einem höheren Anteil im Straßenbau wiederzuverwenden oder wenigstens zu verwerten.

Er schafft allerdings keine neuen Vorschriften. "Der hier vorliegende Leitfaden ist ein konkretes Resultat des Engagements zahlreicher Partner aus der Umweltallianz Sachsen. Es zeigt ein weiteres Mal, welch hohen Wert diese Vernetzung hat", unterstrich Umweltminister Thomas Schmidt. Der Leitfaden wurde unter Federführung der IHK Chemnitz im Laufe von zwei Jahren erarbeitet und unter Nutzung des sächsischen Beteiligungsportals mit den Akteuren abgestimmt. Beteiligte waren die Sächsischen Staatsministerien für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie für Umwelt und Landwirtschaft, Vertreter weiterer Behörden, von Verbänden, aus der Wirtschaft und der Wissenschaft.