Alter Schatz in neuem Glanz

Nach mehr als 40 Jahren darf ein alter Schatz von anno dazumal erstmals wieder seine Bestimmung erfüllen. Die Rede ist von einer mehr als 100 Jahre alten Krippe, die Besitzer Wolfgang Leonhardt mit tatkräftiger Unterstützung von Adelsberger Firmen und Privatleuten vor kurzem im Kirchgemeindehaus Adelsberg aufbaute. "Bis 1969 wurde die Krippe von meinem Vater an Weihnachten im elterlichen Wohnzimmer errichtet. Die Landschaft im Hintergrund hat er in den 30-er Jahren malen lassen."

"Der erstmalige Aufbau des Weihnachtsberges erfolgte nach Prinzipien des Oberwiesenthaler Krippenvereins von 1894. "In den Statuten wurde genau festgehalten, was die Krippe beinhalten durfte. Bewegte Figuren oder Bergleute gehörten nicht dazu", erklärt Leonhardt. So zeigen die 50 Figuren und 70 Tiere nur typische Szenen der Betlehem-Geschichte - von der Verkündung der Geburt Christi, über die Heiligen Drei Könige bis hin zur Stallszene. Namhafte Schnitzer, vorwiegend aus dem böhmischen Teil des Erzgebirges, haben die Krippe im vergangenen Jahrhundert sukzessive ergänzt und sich jede Menge einfallen lassen, um die Tiere und Figuren lebensecht erscheinen zu lassen. Leonhardt: "Schafe wurden mit Wollstaub angeblasen, die Kamele mit Zigarrenstaub."

Neben seinen ausgewählten Lieblingsfiguren wie dem bärtigen Denker gebe es auch witzige Schnitzereien - zum Beispiel einen Musiker mit drei Knien, der erst beim genaueren Hinschauen sein Geheimnis preisgibt. Auf der anderen Seite erschließt sich Betrachtern schnell die Liebe zum Detail. So wurde für die realistische Darstellung von Putz und Mauerwerk der Häuser eine kalkhaltige Masse angerührt. Traditionell erhalten die Wiesen des Berges bis heute ihr saftiges Grün durch frisches Moos und Wachholderzweige. Welchen Stellenwert die Krippe zukünftig in Adelsberg einnimmt, das bleibt vorerst noch offen. "Ich würde mich freuen, wenn sie an Weihnachten regelmäßig bestaunt werden kann. Das ist eine Aufgabe für nachfolgende Generationen", sagt Wolfgang Leonhardt.

Die Krippe ist an den Adventssonntagen jeweils von 13 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.