„Ampel statt Vollsperrung“: Petition im Chemnitzer Ortsteil Wittgensdorf gewinnt Unterstützer

Eine Petition fordert für die Obere Hauptstraße in Wittgensdorf eine Ampellösung statt Vollsperrung – aus Sorge um Rettungswege und Anwohner

Chemnitz OT Wittgensdorf

Gegen die Vollsperrung der Oberen Hauptstraße in Wittgensdorf regt sich Widerstand. Seit dem 9. September läuft auf der Plattform openPetition die Petition „Ampel statt Vollsperrung! Sicherheit für Wittgensdorf garantieren“. Sie richtet sich an den Stadtrat der Stadt Chemnitz und fordert, die geplante beziehungsweise bestehende Vollsperrung durch eine halbseitige Verkehrsführung mit Baustellenampel zu ersetzen.

Hintergrund sind Straßenbauarbeiten auf der Oberen Hauptstraße. Auch die Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG) informiert aktuell über eine Vollsperrung in Wittgensdorf. Seit dem 7. September ist dadurch unter anderem die Buslinie 96 betroffen. Sie verkehrt auf getrennten Teilabschnitten; die Haltestelle „Am Wittgensdorfer Bach“ entfällt in beiden Richtungen.

Sorge um Rettungswege und Erreichbarkeit

Initiator der Petition ist Karsten Neddermeyer aus Chemnitz. Nach Darstellung der Petition soll die Vollsperrung der Oberen Hauptstraße insgesamt ein Jahr dauern. Die Stadt spricht von einer Gesamtbaumaßnahme bis August 2027, nennt für den ersten Bauabschnitt eine Vollsperrung vom 7. September bis 9. Oktober 2026.

Die Unterstützer sehen darin erhebliche Nachteile für die Einwohner Wittgensdorfs. Besonders kritisiert werden längere Wege für Rettungskräfte sowie die Situation für Schulkinder, Senioren und Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs.

Die Petition formuliert deshalb drei konkrete Forderungen: die Installation einer Baustellenampel und damit eine halbseitige Verkehrsführung, barrierefreie Wege zum öffentlichen Nahverkehr sowie ein tragfähiges Rettungskonzept für Wittgensdorf.

Auch in den Kommentaren zur Petition berichten Einwohner von erheblichen Umwegen. Andere Unterstützer argumentieren, eine Ampelregelung würde zumindest einen langsamen Verkehrsfluss durch den Ort ermöglichen.

Petition läuft erst seit einem Tag

Die Initiative ist noch ganz frisch: Sie wurde am 9. September 2026 gestartet. Die Unterschriftensammlung soll bis zum 8. März 2027 laufen. Für das auf openPetition ausgewiesene Quorum in Chemnitz werden 2.100 Unterstützer aus Chemnitz benötigt.

Das Interesse ist bereits kurz nach dem Start deutlich sichtbar. Die Zahl der Unterstützer steigt aktuell laufend. Zum Zeitpunkt der Recherche am 10. September zeigte die Petitionsseite bereits mehr als 700 Unterschriften an. Da fortlaufend neue Unterstützer hinzukommen, kann sich diese Zahl innerhalb kurzer Zeit weiter verändern.

Die Petition befindet sich derzeit noch in der Sammelphase. Anschließend sieht das Verfahren auf openPetition die Einreichung, einen möglichen Dialog mit dem Empfänger und schließlich eine Entscheidung vor. Adressat ist der Stadtrat der Stadt Chemnitz.

Öffentlicher Druck wächst

Dass das Thema die Menschen vor Ort beschäftigt, zeigt sich nicht nur an den Unterschriften. Auf der Petitionsseite wurde für den heutigen Tag außerdem auf einen Ortstermin Presse um 15.15 Uhr an der Baustellenabsperrung hingewiesen. Unterstützer wurden dazu aufgerufen, vor Ort zu erscheinen.

Damit entwickelt sich die Verkehrsführung an der Oberen Hauptstraße innerhalb kurzer Zeit zu einem öffentlichen Thema in Wittgensdorf. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob die Bauarbeiten tatsächlich eine langfristige Vollsperrung erforderlich machen oder ob eine halbseitige Verkehrsführung mit Ampel eine praktikable Alternative darstellen könnte.

Die Petition kann weiterhin online bei openPetition unterstützt werden.


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