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Angemerkt Dringlich

Noch in den letzten Tagen des alten Jahres mochte sich Bundesärztepräsident Montgomery um das Wohl seiner Bundespatienten kümmern und versprach, die Schwierigkeiten eines schnellen Termins bei Fachärzten 2014 mit einer sogenannten dringlichen Überweisung zu lösen. Damit packte er das Problem eindeutig und tatkräftig: am kleinen Finger. Denn es ist wohl kein Beispiel aus der Weltgeschichte bekannt, da eine als "dringlich" deklarierte Arbeitsaufgabe dauerhaft schneller abgearbeitet wurde. Stattdessen wuchern die bestempelten Papiere. Exponentiell. Irgendwann gibt es nur noch "dringlich" und es folgen die Beschleunigungskategorien "sehr dringlich", "äußerst dringlich" sowie "ganz schnell". So lange, bis der behandelnde Hausarzt persönlich bei der fachärztlichen Anmeldung vorzuweisen ist. Aber vielleicht meinte der Ärztepräsident auch gar nicht die dringliche Überweisung, sondern den dringlichen Überweisungsschein. Diskret und in einen neutralen Briefumschlag verpackt. Nach all den jahresendlichen Sachspenden ist der Wunsch der Fachärzte nach finanzieller Zuwendung durchaus verständlich.

Peter Schaffert