In Chemnitz und Freiberg sind der Polizei erneut Fälle von Anlagebetrug bekannt geworden. Unabhängig voneinander verloren ein Mann aus Chemnitz sowie eine Frau aus Freiberg in den vergangenen Wochen und Monaten mehrere zehntausend Euro. In beiden Ermittlungsverfahren befasst sich das Betrugsdezernat der Chemnitzer Kriminalpolizei mit den Hintergründen.
Chemnitzer suchte Broker im Internet – Kredit aufgenommen und Geld überwiesen
Der Chemnitzer hatte im März im Internet nach einem Broker gesucht und stieß dabei auf eine Investmentplattform. Nach einem Anruf bei einer angeblichen Service-Hotline wurde er von einer Mitarbeiterin aufgefordert, eine App für eine weitere Plattform auf sein Handy zu laden. Über die Anwendung eröffnete er ein Konto und überwies zunächst 3.000 Euro – nach seiner Darstellung mit dem Ziel, in Kryptowährung zu investieren. Im weiteren Verlauf brachten ihn die Täter dazu, zusätzlich einen Kredit aufzunehmen und weitere 24.000 Euro zu überweisen. Als er sich später sein investiertes Geld samt der zugesicherten hohen Rendite auszahlen lassen wollte und keine Auszahlung erfolgte, erkannte er den Betrug und erstattete am Mittwoch Anzeige.
Deepfake-Video als Köder: Freibergerin investierte in Gold und Bitcoin
Das Interesse der Frau aus Freiberg wurde bereits im Januar durch ein Deepfake-Video geweckt, in dem Bundespolitiker über angeblich lukrative Anlagemöglichkeiten sprachen. Über einen Link aus dem KI-generierten Video gelangte sie mutmaßlich auf eine Investmentplattform, registrierte sich dort und wurde kurz darauf von einer angeblichen Brokerin angerufen. Die Frau investierte zunächst 250 Euro in Gold. Außerdem installierte sie eine Fernzugriffssoftware auf ihrem Laptop, wodurch die Täter Zugriffsmöglichkeiten erhielten und Einfluss auf ihre Konten nehmen konnten. Über Monate wurden insgesamt mehr als 22.000 Euro vermeintlich gewinnbringend in Gold und Bitcoins angelegt. Als die Freibergerin schließlich alles zurückfordern wollte, wurde ihr klar, dass sie einem Betrug zum Opfer gefallen war.
Polizei und LKA verweisen auf Präventionshinweise
Das Landeskriminalamt Sachsen hat unter dem Titel „Schnelles Geld? Großes Risiko! – So entlarven Sie Anlagebetrug im Internet“ Präventionshinweise zusammengestellt.
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