Appell an Einsiedler Bürger

Flüchtlingsunterbringung Ausnahmezustand an geplanter Unterkunft

Der Widerstand gegen die geplante Unterbringung von Flüchtlingen in dem ehemaligen Pionierlager in Einsiedel nimmt neue Formen an. Vergangenen Montag versammelten sich Hunderte Gegner, um zeitweise die Zufahrtsstraße zu blockieren. Das Gerücht, es nähere sich ein Bus mit Flüchtlingen, führte zu dieser Aktion. Bis dato sind aber noch keine Menschen dort untergebracht, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig gestern Nachmittag. Die Ereignisse ließen Ludwig eine Stellungnahme verfassen, welcher der Einsiedler Ortsvorsteher Falk Ulbrich zum Ortschaftsrat verlesen soll. Ludwig bringt darin ihre Erwartung zum Ausdruck, dass sich Einsiedler Bürger nicht in den Weg stellen, wenn das ehemalige Pionierlager von Flüchtlingen bezogen wird. Außerdem soll das Gewaltmonopol der Polizei akzeptiert werden. Auch die Ortsvertreter sieht Ludwig in der Pflicht. "Der Ortschaftsrat sollte - dafür wurde er auch gewählt - die Bürger erreichen und mitnehmen", führt sie aus. Der Appell soll auch die kritischen Ortschaftsräte erreichen, hofft Ludwig. Bei allem Verständnis für die schwierige Situation, "ist es unsere Aufgabe, damit umzugehen", machte die Oberbürgermeisterin deutlich. Unterdessen arbeitet die Stadt an einem Notfallplan, "falls mal an einem Tag oder Wochenende mehr Menschen kommen als erwartet", wie Ludwig erklärt. Wenn nötig, soll ein Katastrophenstab, wie es ihn beim letzten Hochwasser gab, eingerichtet werden, um schnelle Entscheidungen zu treffen. Im Notfall schließt die Stadt auch die zeitlich begrenzte Unterbringung in Turnhallen nicht mehr aus.