Arbeiten unter Todesangst

Geschichte Neue Gedenktafel an früheren Astra Werken erinnert an Zwangsarbeit

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Bei der Enthüllung der Gedenktafel an den Astra Werken waren viele Gäste anwesend. Foto: Andreas Seidel

Eine Gedenktafel auf der Altchemnitzer Straße 41, dort wo heute die Landesdirektion ihren Sitz hat, erinnert seit gestern an die im Nationalsozialismus bei den Astra Werken AG beschäftigten Kriegsgefangenen, KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter. Die Astra Werke AG wurde 1921 gegründet und produzierte vor allem Rechen- und Buchungsmaschinen. Nach der Wende wurde das Werk in die Robotron Ascota AG umfirmiert und später liquidiert.

Im Zweiten Weltkrieg mussten Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen dort Kriegsdienste leisten. "Die Geschäftsleitung der Astra-Werke AG war mit den Nationalsozialisten eng verstrickt. Von 1940 bis 1945 produzierte der Betrieb vorwiegend Rüstungsgüter", informiert die Bürgerschaftliche Initiative "Historischer Atlas Sachsen 1933 - 1945", die sich für die Gedenktafel eingesetzt hat.

Gedenktafel soll direkt am Eingang zu sehen sein

Zur Sicherung der Kriegsproduktion seien zuerst sogenannte Westarbeiter und ab 1942 dann Ostarbeiter und sowjetische Kriegsgefangene sowie schließlich ab 1944 KZ-Häftlinge zum Einsatz gekommen. "Von Oktober 1944 bis 13. April 1945 genutzt als Außenlager des KZ Flossenbürg, wurden auch 510 Frauen und Mädchen, vor allem aus der Sowjetunion, Polen, Italien, zur Arbeit gezwungen.

Heute ist kaum noch vorstellbar, unter welchem seelischen Druck, Demütigungen und körperlichen Belastungen die KZ-Häftlinge arbeiten mussten", so die Initiative weiter. Für sie und den Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten Sachsen e. V. Chemnitz war es daher ein besonderes Anliegen, eine Gedenktafel am Eingang des ehemaligen Hauptwerkes auf der Altchemnitzer Straße 41 anbringen zu können.