Arbeitslosenstatistik: Tiefster Stand seit Erfassung

Arbeitsmarkt Rückgang um 3,9 Prozent in Chemnitz

Im vergangenen Jahr erreichte die Arbeitslosigkeit in Chemnitz den tiefsten Stand seit Erfassung der Arbeitslosenstatistik. So waren laut Chemnitzer Arbeitsagentur 2018 im Jahresdurchschnitt knapp 9.000 arbeitslose Frauen und Männer registriert. Im Vergleich zu 2017 ist das ein Rückgang um 3,9 Prozent. Vor zehn Jahren war der Bestand an Arbeitslosen mit 16.119 Personen fast doppelt so hoch. Auch Personengruppen, die es sonst schwerer haben, profitierten vom guten Arbeitsmarkt. Der Anteil Langzeitarbeitsloser sank um 316 Personen (minus 9,3 Prozent). Die Anzahl älterer Arbeitsloser über 50 Jahre reduzierte sich um 119 (minus 3,6 Prozent).

Einen Anstieg gab es dagegen bei arbeitslos gemeldeten Ausländern. Insgesamt 1.685 waren es im Jahresdurchschnitt, 211 mehr als noch 2017. 904 von ihnen stehen im Kontext Fluchtmigration. Sie sind Asylbewerber, anerkannte Schutzberechtigte oder Geduldete. "Die Integration der Menschen mit Migrationshintergrund in die Gesellschaft funktioniert am besten über Ausbildung, Arbeit und Teilhabe am Leben. Betriebe und Bewerber müssen sich begegnen und Potenziale für die Chemnitzer Wirtschaft gehalten werden. Förderung und Qualifizierung bleiben unverändert eine der wichtigsten Aufgabe. Unterstützungsangebote werden weiterhin von Arbeitsagentur und Jobcenter offensiv angeboten", sagt Angelika Hugel, Chefin der Arbeitsagentur Chemnitz.

Herausforderungen der Zukunft

Die Bedarfe an qualifizierten Arbeitskräften zu decken, gehöre zu den größten Herausforderungen der Zukunft. Hugel: "Insbesondere infolge von Digitalisierung und des strukturellen Wandels werden sich Berufsbilder und Arbeitsplätze verändern. Flexibilisierung und Individualisierung von Arbeitnehmern haben Auswirkungen auf Arbeitsorte, Arbeitszeiten und Erwerbsbiographien.

Beschäftigte stehen zukünftig länger im Erwerbsleben und die Wahrscheinlichkeit von Arbeitsplatzwechseln und beruflichen Veränderungen wird zunehmen. Unser Projekt 'Lebensbegleitende Berufsberatung' setzt dort an. Jugendliche und Erwachsene werden über das gesamte Erwerbsleben hinweg unterstützt und präventiv auf den Strukturwandel sowie veränderte Rahmenbedingungen am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vorbereitet."