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Chemnitz

Archäologen finden Bierflaschen und Schallplatten im Zentrum

Projekt Größte Innenstadtgrabungen in Sachsen legen kleine Schätze frei

Nach kurzer Pause nimmt das Landesamt für Archäologie Sachsen wieder umfangreiche archäologische Ausgrabungen in der Chemnitzer Innenstadt vor. Jetzt stehen die ehemaligen Parkplatzflächen neben der Johanniskirche im Fokus. Dort sollen Überbauungen mit Wohn- und Büroräumen sowie Einzelhandelsflächen entstehen. Archäologen sind auf gleich zwei ausgedehnten Ausgrabungsfeldern aktiv, die zusammen mit über 11.000 Quadratmeter Fläche derzeit die größten Innenstadtgrabungen in Sachsen sind.

Johanniskirche gehörte zu einer vorstädtischen Siedlung

Die Forscher erhoffen sich Erkenntnisse zur frühen Entwicklung von Chemnitz, soll doch die Johanniskirche zu einer vorstädtischen Siedlung gehört haben. Hier verlief mit der historischen Augustusburger Straße eine bedeutende Verkehrsverbindung nach Süden. Das Untersuchungsgebiet liegt zudem außerhalb der mittelalterlichen Stadtumwehrung, wo bis in die frühe Neuzeit feuergefährliche Handwerksbetriebe angesiedelt waren - bereits auf den Grabungen direkt neben dem smac wurden umfangreiche Überreste von Töpfereibetrieben freigelegt.

Funde, die Geschichten erzählen

Mitte September hatten die Ausgrabungen begonnen. Geschichten erzählen da zum Beispiel die freigelegten Keller von Gründerzeithäusern, die in der Bombennacht 5. März 1945 zerstört wurden. Gefunden haben die Archäologen bisher zum Beispiel Bierflaschen von Chemnitzer Brauereien, Salzstreuer in Form eines Schneemanns, Besteck, Schallplatten oder kleine Glasflaschen. Die Funde werden detailliert dokumentiert, im Frühjahr 2022 sollen die Grabungen abgeschlossen sein. Das Landesamt für Archäologie Sachsen plant, noch vor Weihnachten Führungen für die Öffentlichkeit über das Grabungsgelände anzubieten.